DF 76
LADERAUPE
Typ: L 400D
Hersteller: HANOMAG
Baujahr: 1983
Fabrik-Nr.: 330220279
Eigengewicht: X kg
Tragfähigkeit: X kg
Anzahl der Achsen: 2
Achsstand: X mm
zul. Höchstgeschw.: 15 km/h
DF 76 im Einsatz bei der Almetalbahn
Dieses Fahrzeug ist zwar kein "richtiges" Schienenfahrzeug, hat aber historisch betrachtet durchaus seine Ahnen in diesem Bereich. Die ersten Transportmittel nach den Handkarren und Pferdefuhrwerken, die im Tagebau eingesetzt wurden, waren Lorenbahnen. In größeren Abbaugebeiten entstanden so oft recht weit verzweigte temporäre Streckennetze. Sowohl wege- als auch schienengebundene Fahrzeuge haben allerdings Nachteile: Während die wegeabhängigen Fahrzeuge nicht so geländegängig sind, da die Adhäsionskrafte zwischen Rad und Untergrund begrenzt sind und darüber hinaus in schlammigen Untergründen durch die punktartige Auflast die Versinkungsgefahr groß ist, sind schienengebundene Systeme im Vergleich durch die Lastverteilung leistungsfähiger, jedoch sehr unflexibel im Umbau. Daraus entstand Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts der Gedanke, ein Fahrzeug zu entwickeln, das quasi seinen Schienenstrang vor sich auslegt und hinter sich wieder aufnimmt. Der Weg zum Kettenantrieb, wie er heute noch gebräuchlich ist, war danach nicht mehr weit. Eine Planierraupe vereint also alle positven Eigenschaften, nämlich die Geländegängigkeit zum Einen und die Flexibilität zum Anderen. In der Folgezeit verdrängten Raupe die Lorenbahnen nach und nach aus ihren angestammten Einsatzgebieten. Jedoch auch beim Aufbau neuer Eisenbahnstrecken dienten wiederum Planierraupen als unentbehrliche Helfer bei der Erdbewegung.
Viele ehemalige Lokomotivfabriken bauten ab den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts vermehrt Straßenfahrzeuge und stellten größtenteils die Lokomotivproduktion gänzlich ein. So auch die Firma Hanomag in Hannover Linden, die auch schon im Jahr 1901 unsere Dampflok T3 (AHE DL 16) gebaut hatte. Das Geschäft mit den Nutzfahrzeugen und Baumaschinen versprach im späteren Nachkriegsdeutschland gute Umsätze. So entstand unter anderem eine breite Produktpalette an Planierraupen und Raupenschleppern unterschiedlicher Leistungsklassen. Später wurde die Hanomag von der Firma Komatsu übernommen und der Standort Hannover aufgegeben.
Unsere Raupe wurde 1983 gebaut und an die damalige Bahnmeisterei in Hannver Leinhausen ausgeliefert. Sie erhielt dort die Nummer 57574201600-2. Bei zahlreichen Gleisbaumaßnahmen war sie jahrelang eingesetzt. Mit der Privatisierung der Deutschen Bundesbahn in die Deutsche Bahn AG und der Aufgabe der alten Bahnmeistereien wurde sie der HNO Hannover zugeteilt. Im Jahr 2002 wurde sie schließlich ausgemustert.
Auch bei einer Museumsbahn mit eigener Strecke fallen viele Gleisbaumaßnahmen an. Da es im Hinblick auf die Einrichtung eines neuen Endbahnhofes am Grundkamp und einer Komplettaufarbeitung der Strecke nach Bodenburg nötig sein wird, umfangreiche Arbeiten dieser Art durchzuführen, ist eine gute Ausstattung unerläßlich. Aus diesen Erwägungen heraus wurde die Raupe im Jahr 2002 beschafft. Mit ihr wird es möglich sein, eine ebenes Planum als Unterlage für die neu zu verlegenden Gleise zu schaffen.
So wird sie in ihrem Einsatzbereich für die Zukunft der Almetalbahn ein genauso wichtiges -wenn auch nicht in historischer oder technischer, sondern praktischer Hinsicht- Fahrzeug sein, wie ihre 82 Jahre ältere Hanomagschwester.
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