Aufarbeitung GW 50 (Teil 1)
PW 50 im Sommer 2002: Höchste Zeit, daß etwas passiert- abgefallene Blechplatten, Rost, fehlende Türen und ein abgängiges Dach sind nur die augenfälligsten Mängel.

Im Sommer 2002 wurde mit der Aufarbeitung, bzw. zunächst einmal Bestandssicherung des Post-Packwagens begonnen. Spät, aber nicht zu spät wurden nun Maßnahmen ergriffen, dieses wertvolle Fahrzeug der Zukunft zu erhalten. Schon nach kurzer Inaugenscheinnahme zeigte sich, daß in diesem Falle die Instandsetzungsmaßnahmen weit über das hinausgehen werden, was bisher an Arbeiten an den vereineigenen Fahrzeugen anfiel. Es wäre sicher dennoch falsch, von einem Neubau zu sprechen, da viele Teile des Bestandes wiederverwendet werden können. Ein Grundsatz bei der Aufarbeitung stellt zunächst einmal die Beendigung des allgemeinen Verfalls dar. Unterhalb der Blechbekleidung (die als Muster für die neuen Bleche dienen wird) befindet sich ein besonders im unteren Bereich verfaulter Eichenholzrahmen.
Im unteren Bereich des Wagenkastens ist die verfaulte Schwelle zu erkennen. Während des Ausbaus mußten die aufrechten Rahmenhölzer mit einer Winde provisorisch abgestützt werden.

Im Herbst 2002 wurde mit dem Austausch der Schwellenreste gegen eine neue Eichenschwelle begonnen. Dabei konnte nur in Abschnitten vorgegangen werden, die aufrechten Rahmenteile wurden innenseitig provisorisch abgestützt. Durch die verhältnismäßig komplizierte Einbindung der Schwelle mit Schlitz und Zapfenverbindungen, bzw. diversen Ausfälzungen, nahm die Vorarbeit mehrere Tage in Anspruch, während der eigentliche Einbau innerhalb eines Tages erfolgte. Im Vorfeld erfolgte die Entrostung des hinteren Pufferbohlenbereiches, besonders in Teilen, die später nicht mehr zugänglich sein werden. Ferner wurden offenbar bei einem Unfall verzogene Träger gerichtet und verschweißt. Somit wurde eine stabile Auflage für die neue Schwelle geschaffen. Nachfolgend nun einige Bilder zur Dokumentation der ersten Schritte dieser umfangreichen Aufarbeitung:
Die entrostete Pufferbohle während der Aufarbeitungsphase. Die Reste der alten Schwelle sind bereits entfernt, noch fehlt die neue Schwelle im gesamten hinteren Bereich.

In der Luft hingen die seitlichen aufrechten Rahmenhölzer in der schwellenlosen Übergangszeit. Für Stabilität der Rahmenkonstruktion sorgte in der Zwischenzeit eine im Innern des Wagens befindliche Stützkonstruktion.

Die neue Schwelle wird vor dem endgültigen Einbau erst einmal provisorisch eingepaßt.

Geschafft:
Die neue Schwelle ist eingebaut. Nun wird man sie Stück für Stück von hinten nach vorne erneuern.
Über den kommenden Winter wird versucht werden, mehr über die Geschichte dieses Wagens, der übrigens der preußischen Gattung Pw Posti Pr. 07 in der späten Phase angehört, herauszufinden. Entsprechende Kontakte sind bereits geknüpft worden. So wird demnächst eine Kopie des entsprechenden Musterblattes zur Verfügung stehen, anhand der man auch die Inneneinrichtung rekonstruieren kann. Vor dem Winter wurden nun noch Konservierungsmaßnahmen ergriffen. So sind sämtliche Öffnungen mit wetterbeständigen Platten verschlossen, sowie das Dach abgedichtet worden, um den Innenraum des Wagens vor der Witterung zu schützen. Im Frühjahr 2003 wird dann im Zuge eines "Arbeitsurlaubs" die restliche Schwelle ausgewechselt, sowie die hintere Wagenpartie mit neuen Blechen versehen werden. Dennoch ist davon auszugehen, daß die komplette Aufarbeitung des Wagens mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird, da sie ja nicht zuletzt auch eine finanzielle Frage ist. An dieser Stelle wird regelmäßig über die Fortschritte der Aufarbeitung berichtet werden. Bis zu seinem hundersten Geburtstag (2010) soll das Fahrzeug jedoch wieder im Einsatz stehen...
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