Kesselreparatur T3 (01/2003)
Seit Anfang 1999 steht unsere T3 nun schon kalt abgestellt im Museumsbahnhof. Ihren Einhundertsten Geburtstag durfte Sie leider nicht mehr unter Dampf erleben. Akuter Grund für die vorzeitige Außerdienststellung waren undichte Rauchrohre und die Vermutung, ein neuer Rohrsatz würde sich in Anbetracht des hohen Kesselalters und damit schlechten Zustandes nicht mehr lohnen. Deshalb wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen, von deren Erlös ein Kesselneubau finanziert werden sollte. Die endgültige Gewißheit, in welchem Zustand sich der Kessel tatsächlich befindet und was vielleicht noch wiederzuverwenden wäre, konnte nur eine eingehende Kesseluntersuchung bringen, die vom TÜV durchzuführen war. Zielvorgabe war es zu ermitteln, wie stark die Abzehrungen an den Kesselwandungen tatsächlich sind und ob eine Reparatur noch sinnvoll ist. Zur Ermöglichung einer Befahrbarkeit des Kessels wurde im Herbst damit begonnen, die alten Rauchrohre auszubauen. Diese Aktion konnte im November erfolgreich abgeschlossen werden. Danach wurde der Kessel von innen gründlich gereinigt, im Führerhaus die Verkleidungen des Stehkessels zur besseren Zugänglichkeit abgebaut. Für den 10.01.2003 war der Untersuchungstermin festgelegt worden. Bei strengem Frost trafen an diesem Sonnabend zwei Dampfkesselexperten vom TÜV Hannover/Sachsen-Anhalt in Almstedt ein. Außerdem dazugeladen war der mittlerweile 80 jährige Herr Reiche, pensionierter Ingenieur vom TÜV Braunschweig, der die T3 in den ersten Betriebsjahren bei der Almetalbahn betreut und auch selbst gefahren hatte. Gemeinsam nahm man den Kessel genau unter die Lupe...
Herbst 2002:
Der Aubau der Kesselrohre beginnt. Dabei muß sehr vorsichtig vorgegangen werden, um die Rohrwände nicht zu beschädigen.
Ein wahrer Segen für den Verein war die Spende der Firma Funke aus Gronau, die einen kompletten Rauchrohrsatz finanzierte! Hier warten die Rohre auf Ihren hoffentlich baldigen Einsatz...

Die Vorarbeiten
Die Rauchkammer mit der vorderen Rohrwand. Wie zu erkennen ist, sind die Rauchrohre hier bereits ausgebaut. Blick durch das "Mannloch", welches ein typisches Merkmal für die BLE- Lokomotiven ist. Zu sehen sind noch die letzten eingebauten Überreste der Rauchrohre, die zum Ausbau in mehrere Teilstücke auseinandergebrannt werden mußten.

Die Untersuchung
Noch steht Herr Reiche neben der Maschine. Im späteren Verlauf kletterte der 80 Jahre alte Ingenieur sogar durch das Mannloch in den Kessel um sich selbst ein Bild vom Zustand zu machen! Mit einem Endoskop wurden die nicht zuänglichen Zwischenräume zwischen Stehkesselinnenseite und Feuerbüchsaußenseite untersucht.

Während aus dem Kesselinneren die Messwerte durchgegeben werden, protokolliert Oberdampflokführer Michael Börngen für die Tabelle mit.
Währenddessen zweifelnde Gesichter beim Blick in die Rauchkammer: Reichen die Wandstärken noch für einen Weiterbetrieb?

Auch in der Feuerbüchse müssen die Wandstärken gemsssen werden - nur etwas für schlankes Personal (Ein- und Ausstieg durch die Feuertür).

links:
Blick in die Feuerbüchse und die hintere Rohrwand. Hier wurde eine guter Allgemeinzustand attestiert.
rechts:
Der entkleidete Stehkessel mit den noch angebauten Armaturen.

links:
Noch einmal die hintere Rohrwand, diesmal von der Langkesselseite. Ebenfalls erkennbar die vor 12 Jahren erneuerten Deckenanker.
rechts:
Der Langkessel Blickrichtung Rauchkammer. Neben der vorderen Rohrwand ist deutlich erkennbar der Unterschied der Kesselwand in den Bereichen über und unter der Wasserlinie.
Die vorläufige Ananlyse ergab, daß die Wandungen des Langkessels bereits das Grenzmaß erreicht haben, so daß hier ein Neubau erforderlich wird. Erfreulicher sah es im Bereich des Stehkessels aus: Diesen wird man auf jeden Fall wiederverwenden können. Die hier aufgefundenen Abzehrungen können mit Auftragschweißungen gefüllt werden. Insgesamt wurde deutlich, daß das in Almstedt entnommene Wasser offensichtlich äußerst aggressiv gegenüber dem Kesselstahl reagiert, da die Abzehrungen im Langkesselbereich als ungewöhnlich stark beschrieben wurden. Hier wird uns eine Wasseranalyse Aufschluß geben. Zur Zeit werden die Armaturen abgebaut und der Kessel entkleidet, damit danach zügig mit der Teilerneuerung begonnen werden kann. Um Kosten zu sparen werden dabei nur die Spezialarbeiten fremdvergeben werden, der Rest durch die Aktiven erledigt. Angestrebt wird, die Lok spätestens zur Saison 2005 wieder einsetzen zu können.
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