Aufarbeitung GW 50 (Teil 2)
Im April 2003 hatten sich Eigentümer Claus Dieckow mit Partnerin Steffi Hoffmann zwei Wochen freigenommen, um mit tatkräftiger Unterstützung von Wolfgang Dieckow den Wagen weiter aufzuarbeiten.
Im Vorfeld waren Eichenbalken und schon erste Bleche bestellt worden. Die Bleche wurden freundlicherweise über Christian Piper geliefert, der sie auch schon in passende Tafeln schnitt.
Hauptaufgaben dieses Arbeitseinsatzes waren der weitere Austausch der Schwelle, Entrostung und Neuanstrich des Fahrwerks im ersten Drittel und Ersatz von schadhaften Rahmenhölzern in den Seitenwänden.
Zunächst einmal wurden jedoch die beiden Schiebetüren mit Hilfe des Baggers und Unterstützung mehrerer Aktiver ausgebaut, um dort die Schwelle erneuern zu können.

Bereits ohne Schiebetüren präsentiert sich der Pw Posti zu Beginn der Arbeiten in der Abendsonne. Im Vordergrund der im Laufe der Aufarbeitung noch stark zunehmende Altholzstapel...

Während in der Tischlerwerkstatt bereits neue Schwellen zu Austausch gegen die maroden Reste der Altschwelle gefertigt wurden, entfernte man im Postabteil die letzten Reste der Unterbodenverbretterung. Danach begann die Entrostung des Fahrwerks in diesem Bereich. Hierbei arbeitete man mit Rostumwandler, der sich nach Testläufen sehr gut bewährte. Der wagenunterseitige Fahrzeugrahmen wurde mit Bitumenfarbe gegen fortschreitende Korrosion geschützt. Die außenliegenden Rahmenteile erhielten zwei Rostschutzanstriche und eine anschließende Lackierung. Alte Fahrzeuganschriften wurden zuvor vorsichtig freigelegt, vermessen und fotografisch festgehalten.
Die alte Schwelle ist bereits ausgebaut. In diesem Stadium muss das Dach zusätzlich abgestützt werden.

Der Rahmen nach dem zweiten Rostschutzanstrich.

Während der Arbeiten stellte sich leider heraus, daß gerade in den letzten Jahren durch das permanent undichte Dach die Seitenwandkonstruktionshölzer zum Teil erheblich schlechter erhalten waren, als zunächst erkennbar. Hier kam deshalb in vielen Fällen nur ein Komplettaustausch in Frage. Ebenso mußten einige Kopfstücke der im Boden quer liegenden Konstruktionshölzer angeschuht und mit "neuen" alten Winkeln verschraubt werden. Auf diese Weise gelang es, dem Wagenkasten die ursprüngliche Stabilität wiederzugeben. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, daß die rechte, in diesem Arbeitsurlaub in weiten Teilen fertiggestellte Seite erheblich schlechter erhalten war, als die noch zu restaurierende linke Seite.
Hier ist bereits die neue Schwelle eingebaut und trägt bis auf Teilbereiche wieder die gesamte Last ab.

Nach Lieferung der neuen Bleche wurden diese gebohrt und nach Entfettung zweifach grundiert.

Auf diesen Bildern werden bei genauem Hinsehen die Unterschiede sehr deutlich: Links die Wandkonstruktion vor der Restaurierung- die Stiele sind unten und oben faul, zum Teil nur noch fragmentarisch vorhanden. Rechts der gleiche Blick nach der Restaurierung: Mit äußerster Behutsamtkeit wurde hierbei vorgegangen, Stiele nur dort komplett erneuert, wo nötig, an übrigen Stellen fachgerecht ergänzt.

Blick auf das frisch lackierte Fahrwerk des Wagens, von dem wohl die wenigsten im Verein je gedacht hätten, daß es wieder einmal so glänzen würde...

Das erste Seitenfeld neben der Doppelflügeltür mußte aus zwei Gründen heraus völlig neu gebaut werden: Zum einen war es völlig abgängig, zum anderen befand sich in diesem Feld eine nachträglich eingebrachte Fensteröffnung, die noch aus der Personenverkehrszeit des Wagens stammte. Da das Fahrzeug jedoch soweit möglich wieder in seinen Ursprungszustand versetzt werden soll, entfällt die Öffnung im Zuge der Aufarbeitung.

Am Abend des 26. April 2003 wird der verpackte Wagen vorsichtig aus dem Schuppen gezogen. Nach den gewaltigen Fortschritten der letzten Tage wird er wieder an ruhiger Stelle neben dem Lokschuppen abgestellt stehen, bis vermutlich im Spätsommer bis Herbst die Arbeiten weitergehen werden.
Zusammenfassend kann man recht stolz sein auf die Fortschritte, die in diesem zwei Woche erzielt wurden. Es herrscht jetzt auch bei den anfänglichen Skeptikern im Verein kein Zweifel mehr, daß dieser Wagen in absehbarer Zeit wieder unseren Museumsbahnhof bereichern wird, geplant ist auch eine Einstellung in den Museumszug. Wir hoffen, daß wir ebenso zügig weiterarbeiten können, wie jetzt begonnen wurde, auch wenn bedingt durch den räumlichen Abstand des Fahrzeugeigentümers immer nur konzentriert in Wochenaktionen gearbeitet werden kann. Es wird auf jeden Fall weiter über den Fortgang der Arbeiten berichtet werden.(04/03)
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