1977
ex AHE Nr. VL 7
Während einige Fahrzeuge aus dem näheren Umfeld von Hildesheim organisiert werden konnten, hatten andere eine lange Reise hinter sich, als sie das Gelände der Museumsbahn erreichten. So verhielt es sich auch mit der ehemaligen VL 7, einer kleinen Deutz-Rangierlokomotive vom Typ "C XIV R".
Die Lok wurde am 7.10.1922 an die Metallhandlung Rosenfeld & Co in Karlsruhe ausgeliefert. Später, mindestens seit 1957, war sie bei dem Furnierwerk Georg Hartmann, der späteren Küchenmöbelfabrik Becker KG, in Berghausen / Baden eingesetzt. Sie bediente das vom Bf Berghausen abgehende firmeneigene Anschlußgleis mit 5 m Drehscheibe und vier abgehenden Ladegleisen. Zur Abholung der Wagen war die Lok von der Bundesbahndirektion Karlsruhe unter der Nr. 124 auf den Gleisen 3 und 4 des Bahnhofs Berghausen / Bd zugelassen. Die letzte Untersuchung erfolgte 1973, kurz darauf wurde die Lok abgestellt. 1977 konnte sie von der AHE vor der Verschrottung gerettet und per LKW nach Bodenburg überführt werden.

In diesem Zustand zeigte sich die Maschine am Morgen der Verladung am 19. Februar 1977.

Deutlich zu erkennen ist, daß das linkseitige Fabrikschild schon zum Zeitpunkt des Transportes nicht mehr vorhanden ist, womit jahrelange Spekulationen über den angeblichen Verbleib dieses Schildes beendet sein dürften...

Vor der Demontage der oberen Führerhaushälfte gewährt die kleine Deutz noch einen Blick in Ihren Motorraum.

Bereits zum Zeitpunkt des Ankaufs durch die AHE befand sich die Lok in einem äußerlich schlechten Zustand, auch technisch war sie keineswegs mehr als betriebsfähig zu beschreiben, was sich später noch herausstellen sollte.

Nach dem Lösen einiger Schraubverbindungen gelang es, die obere Führerhaushälfte vom Rest zu trennen. Sie wurde separat verladen, um die zulässige Tranporthöhe nicht zu überschreiten.

Hier sieht man schließlich das wohl älteste Deutz-Cabrio der Welt! Erst am Ankunftsort sollten die beiden getrennten Teile wieder glücklich zusammengefügt werden.

Ein seltener Anblick, den uns jedoch schon so manche unserer per Kran verladenen Loks während der Verladung gewährte.

Der Kran schwenkte nun herum und setzte die Lok vorsichtig auf dem Lastwagen ab. Es handelte sich hierbei übrigens nicht um einen gewöhnlichen Tieflader, sondern um einen Firmenlastzug des Furnierwerks.

Nach einem Transport von etwa 700 Kilometern kam die kleine Deutz schließlich in Bodenburg an, wo sie per Kran abgeladen und aufs Gleis gestellt wurde. Die AHE hatte eine weitere (wenn auch nicht betriebsfähige) Diesellok erhalten!
Da Bild zeigt die Lok wenig später abgestellt im Bahnhof Almstedt-Segeste.
Bei der ersten (und einzigen) kurzen Probefahrt zeigte sich, daß sowohl am Motor, als auch im Getriebe größere Schäden vorhanden waren und eine fahrfertige Aufarbeitung zunächst nicht angestrebt wurde, zumal der originale Motor nicht mehr vorhanden war, sondern in den fünfziger Jahren durch einen Deutz-Motor vom Typ A3L 514 ersetzt worden war.
Mitte der 90er Jahre wurde die Lok schließlich an ein Vereinsmitglied verkauft. Sie stand noch jahrelang auf einem der neben dem Bahnhofsgebäude gelegenen Ausstellungsgleise abgestellt. Als dieses 1999 abgebaut wurde, rangierte man die Lok neben den Lokschuppen, wo eine optische Aufarbeitung begonnen wurde. Durch den Vereinsaustritt des Eigentümers wurde die Lok jedoch nie fertiggestellt, sondern gemeinsam mit der ehemaligen AHE Nr. DL 17 an das "Süddeutsche Eisenbahnmuseum Heilbronn" verkauft und Anfang 2002 aus Almstedt nach Heilbronn transportiert, wo sie derzeit eine vernünftige Aufarbeitung erhält.
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