TÄTIGKEITSBERICHT 2003
VON MICHAEL BÖRNGEN
Angefangen hat das Jahr 2003 mit viel Grünschnitt sowie dem Aufsammeln und Wegräumen desselben. Dies zog sich bis Ende März hin, und es gab sogar ein Wochenende zum Ausholzen des Bhf. Bodenburg. Die Fahrdienstleiterin war sehr nett und ließ uns (fast) überall mit unseren Fahrzeugen hin. Im Laufe des Jahres gab es dann einige Versuche einen Brennetag zur Entsorgung zu nutzen. Leider wurde dies, trotz einer Genehmigung durch die Stadt Bad Salzdetfurth, immer wieder durch die Freunde in Grün-Weiß vereitelt.
Auch wurde weiter an der Einrichtung des Übernachtungswagens gearbeitet, der sehr bald "einzugsfertig" war. Im Herbst 2002 hatte man ja begonnen, den Wagen umzuräumen und wärmemäßig zu dämmen, um den musealen Charakter des Bahnhofswarteraumes nicht länger durch die Nutzung als Aufenthalts- und Speiseraum zu verunstalten.
Außerdem hatte man in Absprache mit dem Dampflok-TÜV Teile der Stehkesselverkleidung im Führerhaus demontiert. Am 11. Januar war der TÜV-Mensch bei uns und hat mit einem Ultraschallmessgerät die Wanddicken des Kessels gemessen.
Unnötige Arbeit gab es Anfang Februar, als Irgendjemand das Toilettenfenster im Bahnhof offengelassen hatte. Einiges an Wasserleitungen war dadurch kaputtgefroren. Die Eispropfen hielten wenigstens so dicht, daß eine Überschwemmung ausblieb.
Am 21. Februar hatten wir Herrn Dipl.-Ing. Krüger eingeladen. Dieses Mal ausnahmsweise als Privatperson. Man unterhielt sich unter anderem über die Möglichkeiten der Wiederinbetriebnahme der kleinen Feldwegbrücke hinter dem Haltepunkt Segeste-Grillplatz bei km 4,71. Schließlich ist Herr Krüger ja auch Brückensachverständiger und soll dieses Bauwerk hinterher abnehmen. Es galt zu klären, wie die Schienen zu befestigen wären, ob nicht doch auf eine Verbreiterung des Geländers verzichtet werden kann, was an den Fundamenten zu tun ist, usw. Bei der Gelegenheit streifte man auch gleich die nächste große Brücke über der Petzer Landstraße.
Im Verlauf des Jahres gab es dann Sanierungsmaßnahmen an den Stützmauern und jede Menge Metallarbeiten an der Brücke, nachdem sie hauptsächlich durch Marcus gesandstrahlt worden war. Alle Trägerwinkel für das Schienenprofil wurden ausgetauscht und provisorisch zwecks genauer Ausrichtung angeschraubt. Die Schweißarbeiten zwischen diesen Winkeln und den neuen Schienenplatten mußten aber aus Genehmigungsgründen von einer Fachfirma ausgeführt werden. Die Suche nach einer solchen Firma war dann schwerer als gedacht, weil die geforderten Zulassungen der Schweißer nach DB-Richtlinien sein mußten. Nach vielen Anrufen konnte dann aber eine Einigung mit Herrn Krüger erreicht werden. Die Schweißer kamen direkt nach unserem Herbstfest und waren nach 2 Tagen auch fertig geworden. Anfang 2004 konnten die provisorischen Trägerwinkelschrauben durch die richtigen Passschrauben ersetzt und die gerichteten Geländer wieder angebracht werden. Hiernach gab es einen schönen dunkelblauen Farbanstrich und schließlich erfolgte das Wiedereinsetzen der Brücke.
Außerdem hatte sich im Frühjahr eine Möglichkeit aufgetan, billig an gutes Gleismaterial heranzukommen. Die Kali+Salz-Strecke zum Schacht Mathildenhall sollte demnächst zum Abbau freigegeben werden. Nach einigen, zum Teil sehr detaillierten Begehungen unsererseits war man doch recht angetan. Zumal es sehr in der Nähe war und dadurch weniger Transportkosten anfallen würden. Leider hatte die K+S aber absolut andere Vorstellungen zum Zeitplan des Abbaus. Unser Vorschlag in ca. 3 Jahren fertig sein zu wollen stieß nicht auf Gegenliebe, die Wünsche gingen eher in Richtung 3 Monate...

Weiter ging es natürlich auch mit der T3. Es mußte alles abgebaut werden, was das Abheben des Kessel behindern würde. Luftpumpe, Führerhaus, Kohlekästen, Kesselverkleidung und diverse andere "Kleinteile" verließen daraufhin die Lok. Am 3. Mai konnte der Kessel dann mit unserem Kranwagen abgehoben und sicher auf Michaels Niederbordwagen abgesetzt werden. Nachdem der TÜV am 20. Juni noch einmal zu weiteren Messungen der Wanddicken bei uns war,konnten mit diesen Daten die Verhandlungen bezüglich des Vertragsinhaltes der Kesselreparatur beginnen. Nach einigem Hin und Her wurde man sich einig. Am 7. November haben Christian und Michael den Betrieb, in dem der Kessel instandgesetzt werden sollte, besichtigt. Man wollte vermeiden, unser wichtigstes Fahrzeug evtl. einer "Bretterbude" zu überlassen.
Der gewonnene Eindruck der Firma war aber erstklassig und so kam es zum Vertragsabschluß. Vor dem Abtransport des Kessels, der am 8. Dezember erfolgte, mußten noch vorbereitende Zerlegearbeiten ausgeführt werden. So sollte z. B. der Dom vorgelöst sowie der Regler ausgebaut werden. Außerdem mußten die neuen Rauchrohre und alle für die Reparatur nötigen An- und Einbauteile sauber verpackt werden.
Noch vor dem Frühlingsfest konnte das Dach des PW 35 (2./3.-Klassewagen) fertiggestellt werden. Christian und Michael hatten das Dach im Jahr zuvor angefangen und aus Zeitmangel nur eine Seite fertigbekommen. Hierbei wollte man eine Langzeitstudie über die verwendete Rostschutzfarbe machen. Es kamen dabei 3 verschiedenen Marken zum Einsatz bei gleicher Untergrundvorbehandlung. Wir hatten unsere Nachbarn nämlich ca. eine Woche lang mit dem Nadelentroster und der Flex erfreut. Mal schauen, wo der Rost am längsten ausbleibt...
Am Ostersamstag bekam dann Harald Schwickert sein Signal vor seinem Haus aufgestellt. Mit Christians Firmenauto wurde es nach Westfeld gefahren, unser Bagger kam auf eigener Achse hinterher. Beim Ausheben des Loches hat Harald vermutlich mit eingezogenem Kopf im Keller gesessen und auf den großen Knall beim Kappen des Hauptsromkabels gewartet. Irgendwo da in der Gegend sollte es liegen, auch die Wasserleitung soll nicht allzuweit weg gewesen sein... Aber alles ist zur vollsten Zufriedenheit verlaufen und Jeder kann nun sehen, wo ein Museumsbahner wohnt!
Ebenfalls noch vor dem Frühlingsfest wurde oben am Umfahrgleis eine Bahnsteigkante errichtet. Nun brauchte man das Hauptgleis während des Ein- und Aussteigens der Zugfahrgäste nicht mehr für die Führerstandsmitfahrten zu sperren. Außerdem konnte die zweistufige Holzstiege an der Bahnsteigkante gegenüber unseres Bahnhofsgebäudes durch eine Absenkung des Pflasters ersetzt werden. Die Begründung dafür, daß wir wegen einer möglichst flachen Neigung unsere Grundstücksgrenze etwas überschreiten mußten, war eine behindertengerechte Zuwegung schaffen zu wollen. Nun, so etwas ist auch wichtig. Außerdem war die alte Holzstiege aus Unachtsamkeit unter die Räder, bzw. die Bahnräumer oder Pufferbohlen einiger Loks geraten und hatte im Laufe der Zeit dabei etwas gelitten.
Steffi und Claus haben mit tatkräftiger Unterstützung von Wolfgang wieder große Fortschritte an ihrem Post-Packwagen gemacht. Die eine oder andere Uralubswoche ist dabei draufgegangen. Trotz der weiten Anreise der Beiden haben sie es zusätzlich auch noch auf die Reihe gekriegt, die kleine Gleisbautruppe in Almstedt zu unterstützen. Wir haben es geschafft, trotz Sommer mit zum Teil sengender Hitze, den Bereich zwischen Schlesierstraße und Friedhofsüberweg durch Einziehen von Einzelschwellen als Baugleis wieder sicher befahrbar zu machen.
Dann tat sich eine weitere Möglichkeit auf, an brauchbares Gleismaterial zu kommen. Angefangen hatte diese Sache ganz harmlos. Wir hatten gehört, dass der Bahnhof Dassel zurückgebaut werden sollte. Einige Einzelteile, wie z.B. eine doppelte Gleissperre, die eine oder andere Weiche sowie Laschenschrauben konnten wir gut gebrauchen. Also fragte man nach und kam zu dem Schluß, daß es noch viel mehr gäbe, was brauchbar wäre. Nachdem man sich einig geworden war, konnten die Arbeiten beginnen. Als Domizil kann der Lokschuppen in Dassel genutzt werden. Das ist sehr hilfreich beim Abstellen der Fahrzeuge, Werkzeuge, Betriebsstoffe, etc.. Auch wollten wir vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn das eine oder andere Teil des Baggers überarbeiten. In Almstedt hätte das lange viel Platz im Lokschuppen in Anspruch genommen. Schließlich sollten der T3-Kessel, das T3-Fahrwerk und auch die KöII von Claus und Wolfgang nicht übermäßig draußen stehen. Deshalb hatte man sich entschlossen, den Bagger im Schuppen in Dassel zu überarbeiten.
Eine Woche vor dem Sommerfest wurde in einer wahren Blitzaktion unsere alte Telefonwellblechbude als "Weichenwärterhäuschen" neben Weiche 3 aufgestellt. Somit war Gerold beim Fest vor praller Sonne geschützt, hatte einen Platz zu Sitzen und war für die Zukunft auch vor Wind und Regen sicher.
Meinhard wollte noch in diesem Jahr die durch wendende Getreidelaster in den letzten Jahrzehnten immer schräger stehende Bahnsteigkante sanieren. Sein Vater sowie einige seiner Freunde würden ihm dabei helfen. Bei anschließenden Pflasterarbeiten wollten Marcel und Nils mithelfen. Um nicht in Termindruck zu geraten, sollte die Sache gleich nach dem Herbstfest angehen. Außerdem war dann der Ladeverkehr beim Landhandel weitestgehend vorüber. So war dann am Montag und Dienstag nach dem Fest der vorerst letzte Einsatz unseres Baggers auf dem Vereinsgelände. Am Dienstagnachmittag verließ er dann per Tieflader unser Gelände Richtung Dassel.

Für Meinhard, seinen Vater und einige Leute aus unserem Verein begann dann die eigentliche Arbeit. Schalungen wurden gebaut, Beton selbst angemischt und eingebracht und Woche für Woche bei z.T. schauderhaftem Wetter wurde in Viermeter-Abschnitten die neue Kante fertig. Am 22. November war es dann geschafft: 32 Meter neue Kante waren fertiggestellt. Die Pflasterarbeiten auf der Ladestraße stehen noch aus, aber das schaffen die auch noch...
Via Internet war man bei der Suche nach etwas ganz anderem darauf gestoßen, daß die Braunschweiger Eisenbahnfreunde so Einiges abzugeben haben. Unter anderem auch eine V20. Der seit Urzeiten im Verein schlummernde Wunsch nach einer Doppellok kam wieder hoch. Also telefonierte man, schickte emails und stattete letztendlich dem guten Stück einen Besuch ab. Vom Rost her gesehen war die Maschine gar nicht so schlecht, allerdings fehlte der Motor und das Getriebe sollte kaputt sein. Nach einigen sachkundigen Blicken unter verschiedene Deckel im Getriebsgehäuse sah es so aus, als wäre die Sache wieder hinzukriegen. Reservemotore hatten die da auch noch umherstehen, allerdings wollten sie aus verständlichen Gründen den lauffähigen nicht hergeben, die anderen haben wir uns nach der Beschreibung des Zerlegungszustandes gar nicht erst angesehen. Schließlich wurde man sich nach weiteren Telefonaten handelseinig und die Lok wurde dann nach vorbereitenden Demontagearbeiten am 28. November per LKW nach Almstedt überführt. Um Kosten für die Kranverladung hier in Almstedt zu sparen hatte Michael zuvor zusammenschraubbare kurze Hilfsjoche gebaut. Diese dienten einerseits als Behelfsgleis auf dem Tieflader zur Schonung der Ladefläche, andererseits auch als Abladegleis zum Almstedter Schienennetz. So zog dann die Deutz die neue Errungenschaft über einige Rampen und Zwischenjoche vom LKW. Tags darauf wurde das wegen Einhaltung der maximalen Transporthöhe in Braunschweig demontierte Führerhaus wieder angeschraubt. Anschließend gab es dann einen Fototermin mit V20022 und V20261. Das war schon ein imposanter Anblick!
Nachdem nun, wie bereits zuvor gesagt, am 30. September unser Bagger nach Dassel gefahren wurde, folgte am 4. Oktober der SKL. Aufgeladen wurde mit unserem Kran, das Abladen haben dann unser Bagger zusammen mit dem LKW-Bordkran gemacht.
Am Bagger konnten die Zylinderdichtungen der Abstützpratzen erneuert werden, und nachdem wir den ebenfalls mitgenommenen Stromgenerator nach mehreren Pannen überzeugen konnten, seinen Dienst sicher aufzunehmen, konnten auch etliche Schweißarbeiten am Schienenfahrgerät des Baggers die Betriebssicherheit immens steigern. Zwischendurch und nebenbei hatte man natürlich auch begonnen, Gleismaterial im Bahnhofsbereich von Dassel abzubauen.
Die Arbeiten dauern noch an und werden noch viel Zeit in 2004 beanspruchen.
Außerdem wurde nach dem Herbstfest begonnen, die Küche im Bahnhof umzubauen. Das Küchenpersonal hatte da einige Verbesserungsvorschläge bezüglich der Einrichtung und vor allem der Beschaffenheit von Fußboden und Wänden. Hier wollte man vernünftige Voraussetzungen für eine hygienische Speisenzubereitung schaffen. Dazu sollten die Wände gefliest werden. Der alte Holzfußboden ist bereits rausgerissen und durch soliden Beton ersetzt worden. Bis zum Frühlingsfest 2004 sind sicher auch die Fliesen an den Wänden und die Schränke wieder, mit den Sachen die tatsächlich gebraucht werden, übersichtlich eingeräumt.
Unsere Adventsfeier fand am 7. Dezember in gewohnt gemütlicher Atmosphäre statt. Vielen Dank an Gisela und Peter, die, wie meistens, einen Großteil der Vorbereitungsarbeit hatten. Auch gab es dieses Mal wieder einige Mitglieder, die auf unserem schönen Bahnhof das Silvesterfest begangen haben.
Des Weiteren hatten wir in 2003 immerhin schon 5 gemietete Sonderfahrten, die bei den Gästen durchweg gut ankamen.
Am 25. Mai waren wir mit eingeladen zu einer wunderschönen Busfahrt nach Hamburg, die die Modulbaufreunde Peine organisiert hatten, in die Speicherstadt zur dortigen riesigen Modellbahn.
Am 19. Juli fand bei uns auf dem Bahnhof eine Ferienpassaktion statt, bei der die Kinder alles rund um die Eisenbahn erfahren konnten. Es wurde unter anderem gezeigt, was alles zu tun ist, bis man mit einer Diesellok einen Zug befördern kann und es wurden alle möglichen und unmöglichen Fragen der Kids beantwortet.
Am 31. August besuchte eine Abordnung das Feldbahnmuseum in Hildesheim.
Am 9. Septembar waren wir mit der Handhebeldraisine in Bad Salzdetfurth zur Begrüßung des ersten Eurobahn-Triebwagens.
Am 9. November hatte Eberhard Schüler eine Wanderung auf der Bahn in Kalefeld organisiert. Dabei wurde das Privatmuseum von Herrn Nolte besichtigt, der auch im Anschluß noch einen Dia-Vortrag veranstaltete. Hiernach sind wir dann noch nach Dassel gefahren, haben dort gemütlich gegrillt und eine Streckenbereisung mit dem SKL unternommen.
Am 13. Dezember haben wir stilecht den letzten Triebwagen der DB in Bodenburg verabschiedet. Für die Personale gab es Kaffee und Kuchen.
So, und nun am Ende möchten wir all denjenigen einen ganz besonderen Dank aussprechen, die mal wieder zwischen 1 und 6 Wochen ihrer Urlaubs für unseren Verein geopfert haben. Da sind (in alphabetischer Reihenfolge): Carsten, Christian, Claus, Gisela, Hansi, Marcel, Michael, Stefan, Steffi und Wolfgang.

Michael Börngen im März 2004
Museumsbahnbetrieb Almetalbahn
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