Werkstattbericht Diesellokomotiven (Winter 2003-Frühjahr 2004)
Vorwegzunehmen ist diesmal, dass spektakuläre Neuigkeiten nicht zu vermelden sind. Dies liegt darin begründet, dass die Hauptaktivitäten zur Zeit eher auf den Gleisbau und die angestrebte Wiederinbetriebnahme unserer Dampflok T3 gerichtet sind. So werden natürlich dennoch die an den Loks notwendigen Pflege- und Wartungsarbeiten durchgeführt, die nicht extra Erwähnung finden.
VL 2:
Für einige Fahrzeuge stand in diesem Frühjahr eine Untersuchung an. So auch für VL 2. Durch die robust-einfache Technik dieser Maschine und den technisch guten Gesamtzustand konnten die Vorbereitungsarbeiten für diese Untersuchung in Grenzen gehalten werden. So wurde die Bremse neu eingestellt und die elektrische Anlage instandgesetzt.
Die Untersuchung selbst bestand die Lok dann auch ohne nenneswerte Mängel, so dass eine Fristverlängerung bis zur nächsten Hauptuntersuchung gewährt wurde.
VL 4:
Leider ist es aus Zeitgründen bislang nicht gelungen, diese Maschine wieder fahrtüchtig aufzuarbeiten. Vor einigen Jahren erhielt die Lok einen Neuanstrich, der jedoch inzwischen wieder überarbeitet werden muß. Des Weiteren ist die Lok auszuachsen, denn das hintere Achslager scheint defekt zu sein. Ende 2003 wurde das Führerhaus "wetterfest" gemacht, indem man die im Zuge der oben genannten Anstricharbeiten ausgebauten Scheiben durch neue Scheibe ersetzte.
Sobald die Dampflok fertiggestellt und die VL 10 soweit hergrichtet ist, dass sie im Freien abgestellt werden kann, wird VL 4 in den Lokschuppen kommen und ausgeachst werden.
VL 10:
Die Aufarbeitung der Maschine ist fast abgeschlossen, es fehlen derzeit noch der Schlußanstrich, sowie Verkleidungsbleche, um das Führerhaus vor unbefugten Eindringlingen zu schützen. Die offizielle Abnahme und damit auch der Einsatz vor dem Museumszug ist für Herbst 2004 vorgesehen.
VL 12:
Die Aufarbeitung unseres jüngsten Lokzugangs macht gute Fortschritte: Zunächst wurden im Frühjahr die Motorklappen wieder gängig gemacht und die Füllklappen für die Sandkästen geschlossen. Letztere werden wohl zum Teil neu gefertigt werden müssen, da sie stark vom Rost zerfressen sind. Die rückwärtige Führerstandstür erhielt ein neues Schloß, so dass die Maschine nun wieder komplett abschließbar ist. Die Hängeeisen wurden montiert und die Lok mit Bremsklötzen versehen. Nun ist sie zumindest schon mit der Wurfhebelbremse bremsbar.
Beim Anschliff der Maschine wurde im übrigen historisch interessantes entdeckt: Die Lok verfügt noch über die Originallackierung der Wehrmacht (RAL 6007), am Umlauf wurde eine Beschriftung mit Untersuchungsdatum aus dem Jahr 1944 freigelegt. Offensichtlich ist die Lok bei der Bremervörder Eisenbahn nur in Rot überlackiert worden, spätere bei der LSE wurde nur der Schriftzug der Eigentumsbezeichung am Führerhaus erneuert. Vor einer gründlichen Entrostung und Neulackierung wird vorsichtig unter diesen Beschriftungen die alte Farbschicht freigelegt werden, um weitere Originalanschriften zu finden und zu dokumentieren.
Geplant ist jedoch weiterhin, die Maschine schwarz zu lackieren und als V20261 zu beschriften.
Technische Aufarbeitung:
Zur Zeit werden Turbogetriebe und Nachschaltgetriebe auf ihre Funktionsfähigkeit getestet. Hierzu erhielt die Lok einen Fiat-Automotor, der mittels Verbindungswelle an das Getriebe angeflascht ist. Hierdurch soll getestet werden, ob und wann das Turbogetriebe schaltet. Möglicherweise wird die Lok sich sogar aus eigener Kraft bewegen lassen.
Gleichzeitig gehen die Bemühungen um die Beschaffung eines MaK-MS 24 Dieselmotors unverändert weiter. Dies gestaltet sich jedoch um einiges schwieriger als zunächst erwartet, da es zum einen kaum mehr Motore dieses Typs im Einsatz gibt und zum anderen die Eigentümer von Fahrzeugen mit diesem Motortyp (MaK 240B/240C) sich nicht von ihren Motoren trennen wollen, selbst wenn es sich um Denkmallokomotiven oder um mit Motorschaden (!) abgestellte Exemplare handelt. Aber die Suche wird nicht aufgegeben. Es wird vermutlich ein Motor aus mehreren Einzelmotoren zusammengestellt werden müssen. Aber Dank der hervorragenden technischen Fähigkeiten des Lokeigentümers Michael Börngen dürfte auch dies kein allzu großes Problem darstellen.
VL 12 im Frühjahr 2004.
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