"Aktion Dassel" (Teil 4)
Gleisrückbau im Bahnhof Dassel
Bei einer derartig umfangreichen Aufgabe wie dem Rückbau einer kompletten Eisenbahnstrecke ist es leider nicht immer möglich, kontinuierlich an einer Stelle zu beginnen und geordnet rückzubauen, sondern man muss an mehreren Ort parallel arbeiten. Äußere Zwänge und Termine bestimmen oft das Handeln. So war es auch im Fall der Gleisanlagen in Dassel. Konnten wir diese im ersten Halbjahr 2004 noch voll nutzen und die Fahrzeuge und Maschinen sicher im dortigen Lokschuppen abstellen, so wurden wir bald durch die Nachricht aufgeschreckt, dass das Bahnhofsgelände verkauft und der Bau eines Getränkemarktes bereits für den Frühherbst 2004 geplant sei. So musste kurzfristig umdisponiert und die volle Arbeitskraft auf das Bahnhofsgelände Dassel konzentriert werden. Inzwischen ist dort längst kein Gleis mehr vorhanden, der Getränkemarkt ist sogar schon eröffnet. Folgend einige Bilder vom Abbau.
Wie auf diesem Bild zu erkennen, waren hier die Abbauarbeiten noch in einer recht frühen Phase. Vor dem Lokschuppen sind schon Sandsteinbahnsteigkanten sichergestellt worden. Unser Skl konnte morgens noch aus dem sicheren Lokschuppen geholt werden.

Die zu den Nebengleisen gehörigen Weichen befanden sich zum Glück in gutem Zustand. Für den Straßentransport mussten jedoch alle Segmente bis auf das Zungensegment komplett zerlegt werden. Vorher wurden die Schwellen und Schienen jedoch durchnummeriert.

Selbst diese völlig im Dreck liegende Weiche hatte die Zeit erstaunlicherweise in gutem Zustand überdauert. Vor dem Herausheben musste sie jedoch erst einmal vom gröbsten Dreck befreit werden.

Genauso wie es schon in Markoldendorf durchgeführt worden war, hoben unsere Bagger gemeinsam das schwere Zungensegment an und legten es seitlich auf dem Bahnsteig ab.

Zur Leistungssteigerung des Baggers wurde bei dieser Aktion der Greifer demontiert, was immerhin eine Gewichtsersparnis von ca. 600 kg bedeutet, die der übrigen Hebekraft zugute kommt.

Im Vordergrund steht unsere Schienenschraubmaschine. Mit Ihr wurden die Weichen in Einzelteile zerlegt und konnten danach transportfertig aufgestapelt werden.

Inzwischen war es Sommer geworden, das Bahnsteiggleis war inzwischen rückgebaut, lediglich die Schwellen mussten noch eingesammelt werden. Vorne auf dem Bahnsteig stand regelmäßig der Container für den zu verwertenden Kernschrott.

Bahnhof Dassel im Dezember 2004
Fast der gleiche Standpunkt, nur fünf Monate später:
Der kleine Schwellenstapel im Vordergrund ist das einzige, was vom Gleismaterial noch übrig war. Der Rest war entweder zur Sammelstelle nach Eilensen gebracht, oder verwertet worden. Nur noch die beiden Gebäude erinnern an die einstige Endstation Dassel.

Der Blick in die andere Richtung lässt das ehemalige Bahnhofsareal noch trostloser erscheinen. Uns als Eisenbahnfreunde fiel es nicht leicht, diese schöne Strecke abzubauen, doch wir können damit eine andere Strecke wieder zu neuem Leben erwecken und abgebaut worden wäre die Ilmebahn in jedem Fall.
Im Hintergrund bei der Bahnhofsausfahrt ist der halb in die Erde gegrabene und das Bahnhofsgelände durchschneidene Getränkemarkt erkennbar. Kaum mehr vorstellbar, dass hier noch vor wenigen Monaten unsere Fahrzeuge fuhren...

Und so sah im die Bahnhofseinfahrt von der anderen Seite betrachtet aus. Im Vordergrund die ehemalige Einfahrtsweiche von Dassel. Auch Sie wird bald Geschichte sein.
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