Kesselreparatur Teil 6a
Während der Kessel noch in der Werkstatt in Siegen weilte, konnten im Winterhalbjahr und Frühjahr 2005 weitere für die Wiederinbetriebnahme wichtige Arbeiten an den in Almstedt verbliebenen Teilen vorgenommen werden. Zunächst wurde der im Fahrzeugrahmen gelegene Wasserkasten durch Öffnung der oberen Abdeckung zugänglich gemacht. Nun erfolgte das Entrosten und die Behandlung mit einem Rostumwandler. Die so versiegelten Flächen wurden danach zweifach mit Rostschutz behandelt. Da beim Wasserkasten konstruktionsbedingt die Rahmeninnenseiten und Aussteifungsbleche direkt mit Wasser in Berührung kamen, wies der Kasten bereits Abzehrungen auf, die jedoch im vorgefundenen Zustand im zulässigen Bereich liegen. Um jedoch einen langfristigen Weiterbetrieb zu gewährleisten, wurde beschlossen, in den originalen Wasserkasten eine zweite Blechehülle einzubauen, so dass tragende Teile in Zukunft konserviert und trocken bleiben, was die Lebensdauer erheblich verlängern dürfte. Mit dieser sehr mühseligen, da engen und schlecht belüfteten Arbeit wurde nach der Grundierung der Einzelteile im Dezember 2004 dann Anfang 2005 begonnen. Weitere schon im Vorfeld durchgeführte Arbeiten waren die Entrostung, Grundierung und Neulackierung der Aufbauten, Kesselverkleidungsbleche, Wassereinfüllstutzen und Schornstein. Diese Arbeiten wurden maßgeblich durch unsere jungen Mitglieder Jannik Wagner und Kai Froböse durchgeführt. Im weiteren Verlauf der Arbeiten wurde das Gestänge teilweise demontiert, um den Rahmen für die noch anstehende Ausachsung im Zuge der Fahrwerksuntersuchung vorzubereiten. Ebenfalls in diesem Zusammenhang wurden die von der Ilmebahn erworbenen schweren Hebeböcke samt Traversen in den Lokschuppen gebracht, nachdem die bisher zum Einsatz gekommenen Böcke verkauft worden waren. Im Mai wurde unterdessen die erste Wasserdruckprobe am wiederzusammengesetzten Kessel durchgeführt. Bis auf einige Undichtigkeiten an Stehbolzen, die nun noch behoben werden, war der reparierte Kessel dicht, so dass mit einer erfolgreichen TÜV-Abahme bis Mitte Juni zu rechnen ist.

Grundierung der Wasserkastenbleche im Lokschuppen bei winterlichen Temperaturen im Dezember 2004.

Blick in den mit Rostumwandler behandelten Wasserkasten. Im Vordergrund zu erkennen die Kastenaussparung für die darunterliegende Achse.

Die Innenansicht der genieteten Wasserkastenrückwand.

Detailaufnahmen der genieteten Rahmenverbindungen. Der alte Wasserkasten war Teil des Rahmens, so dass dieser durch die permanente Wasserberührung stärkerer Korrosion unterworfen war.

Diese Aufnahme lässt gut erkennen, wie unterschiedlich das Metall sich durch den gleichmäßig aufgetragenen Rostumwandler verfärbt. Die Nichtverfärbung an einigen Stellen steht jedoch in keiner Verbindung zur Wirksamkeit des Umwandlers.

Blick durch das zur Zugänglichkeit des Wasserkastens herausgetrennte obere Abdeckblech in den bereits mit Rostschutzfarbe behandelten Bereich.

Lagebesprechung unserer beiden Dampflokfachleute Michael Börngen und Christian Piper über den bevorstehenden Einbau der zweiten Wasserkastenhülle.

Blick auf den Dampflokrahmen im Zustand Frühjahr 2005: Der hintere Rahmenbereich ist bereits zweifach grundiert, der alte Wasserkasten einfach. Das Gestänge ist teilweise abgenommen, bzw. hochgebunden. Im Hintergrund sind diverse Aufbautenteile in unterschiedlichen Aufarbeitungszuständen erkennbar. Insgesamt hat sich die Dampflok inzwischen auf die gesamte Schuppenfläche ausgebreitet.
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