Tätigkeitsbericht 2004
Angefangen hat das Jahr 2004 mit weiteren Gleisabbauarbeiten im Bahnhofsbereich von Dassel. Zwei Miniloren konnten von Martin Gelbe aus Göttingen geholt werden. Damit sollten Gleisjoche mittels Bagger zu den Zwischenlagerplätzen gefahren werden. Die ehemaligen Rampengleise wurden demontiert, und bevor noch nutzbare Schweleen aus diesem Bereich gebrogen werden konnten, kamen schon die Planierraupen und Abrissbagger. in Windeseile entstand ein neuer Aldi-Markt.
Ebenfalls noch im Januar konnte Michael unseren SKL-Beiwagen nach Dassel überführen. Dort wurden dann neue Bohlen aufgeschraubt und somit war auch dieses Gefährt für Schwellen- und Gleistransporte einsatzfähig.
In Almstedt wurden letzte Arbeiten an der kleinen Feldwegbrücke gemacht. Christian Piper und Michael Börngen haben die Passlöcher für die neu angebrachten Schienenträgerwinkel gebohrt und eigens dafür gekaufte Passschrauben eingesetzt. Die letzten Malerarbeiten wurden hauptsächlich von Meinhard Vorhold und Marcus Bugar erledigt. Nach Wiederanbau des Geländers konnte die Brücke dann auch am 06.02.2004 wiedereingesetzt werden.
Wie bereits im letzten Jahresbericht erwähnt, war die Bahnhofsküche schon im Herbst 2003 ausgeräumt und im darauffolgenden Winter der alte Holzfußboden durch einen Estrichboden ersetzt worden. Als nächstes erfolgten vornehmlich durch Ulli Heller die Fliesenarbeiten an den Wänden und dem Fußboden, die dann durch Gisela und Peter Leinemann abgeschlossen wurden. Das Herzstück der Küche bildet nun eine großformatige Edelstahlarbeitsplatte, unter die die Unterschränke geschoben wurden. Nun ist es durch einfaches Herausziehen dieser Schränke auch möglich, die Küche vernünftig zu reinigen. Die nötigen Installationsarbeiten besorgte Carsten Schlüter, so dass die Küche rechtzeitig zum Frühjahrsfest wieder ihrer Bestimmung übergeben werden konnte.
Unser sehr eifriger Vereinsnachwuchs beplankte im Frühjahr den Flachwagen neu, so dass die LGB-Anlage bei den Veranstaltungen nun wieder auf festem Boden steht.
Anfang Februar begann für Christian Piper, Claus Dieckow und Michael Börngen schon die erste Wochenaktion des Jahres. Die Ilmebahn hatte uns mitgeteilt, dass der Straßenüberweg nach Deitersen demnächst durch die Straßenmeisterei oder Ähnliches herausgerissen würde. Falls wir an den Schienen im Straßenbereich interesssiert wären, sollten wir uns darum kümmern.
Damit wäre die Strecke schon mal unterbrochen. In der anderen Richtung nach Bahnhof Markoldendorf müsse auch dringend die Stahlträgerbrücke über das Flüsschen "Bever" ausgebaut werden, da auf der ehemaligen Trasse eine Entlastungsstraße gebaut würde.
Sinn dieser Wochenaktion war es nun, die Gleise zwischen besagter Brücke und besagtem Überweg zu retten. Aus Zeitgründen entschied man sich, ab dem Überweg Deitersen talwärts in Richtung Markoldendorf abzubauen und die 500 Meter relativ gutes Gleis im Bahnhof Markoldendorf zwischenzulagern. Zuvor wurde die Strecke parallel mit unserer Schienensäge und einem über Claus geborgten Schienentrennjäger in ca 10m lange Abschnitte geschnitten. Dies konnte bei zum Teil extram widrigem Wetter geschafft werden. Und das, obwohl unser Bagger wegen eines verlorenen Schienenrades einer Reparatur unterzogen werden musste.
Am 14.02. fand bei Lutz und Rosi Wolthausen eine vereinsinterne Feier statt, bei der wir unter anderem in dem von Lutz verwaltetem Vereinsarchiv stöbern und uns bei leckerem Abendessen über vereinsinterne und-externe Dinge austauschen konnten. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank für den schönen Abend!
Am 31.03. traf in Dassel ein schöner alter Seilbagger (DF 77) ein. Carsten Schlüter hatte sich seinen Traum erfüllt und sich so ein Gerät mit Hilfe von Claus Dieckow bei ebay ersteigern lassen (was es da nicht so alles gibt!). Der Bagger sollte uns in Dassel schon sehr nützlich werden, mittlerweile ist der Bagger in Almstedt angekommen.
Es folgten weitere Gleisrückbau- und Verschrottungsarbeiten im Bahnhof Dassel und der Rübenverladestelle Eilensen. Auch konnte die gesamte Sicherungstechnik des Überweges Deitersen abgebaut werden. dabei gab der Schienentrennjäger endgültig seinen Geist auf. Eine recht teure Reparatur war nötig, schließlich gehörte uns das Ding ja noch nicht, inzwischen wurde es freundlicherweise dem Verein übereignet und funktioniert wieder zur vollsten Zufriedenheit.
Beim Abbau des Schaltkastens der Blinklichtanlage der Blinklichtanlage stellte Michael fest, dass der Stromanschluss noch nicht abgeklemmt worden war. Man hat deshalb den Strom für die Flex von da genommen, um die Bolzen und Anschlussleitungen zu kappen. Immerhin war der Stromzähler von 1967 und hatte ganze 2,7 kw/h gezählt... Die Stadtwerke wären sicher deutlich billiger davongekommen, hätten sie den Strom für die Anlage kostenlos ohne Zähler geliefert!
Der bereits oben angesprochene Straßenüberweg Deitersen kam dann auch noch kurzfristiger als gedacht. Die Ilmebahn hatte uns bei den Straßenbauern schon angekündigt, deshalb wäre es schön, wenn wir mit unserem Bagger nun auch das Wort der Ilmebahn halten würden und mithelfen könnten. Es würde auch reichen, wenn wir gleich am nächsten Morgen so gegen 7.00 Uhr vor Ort wären... Also hat Michael noch am selben Abend den Bagger zum Überweg gefahren, Hansi war dann morgens pünktlich da und konnte sich ca. 2 Stunden die Füße in den Bauch stehen, bis es dann endlich losging. Ab Mittag hat dann Michael übernommen, der sich dann auch noch den darauffolgenden Tag Urlaub nehmen musste.
In Almstedt wurden auf der Strecke zum Grillplatz noch etliche Laschenschrauben getauscht. Die LEA hatte die nicht ausreichende Länge der Schrauben bemängelt. Außerdem hatte man die Weichenlaternen des Bahnhofs Bodenburg vor Diebstahl und Vandalismus geschützt und in Absprache zunächst sichergestellt.
Ebenfalls noch vor dem Frühlingsfest wurde das Pflaster an der neuen Bahnsteigkante fertiggestellt.
Am 07.05.2004 war die LEA zur alle 2 jahre wiederkehrenden Prüfung unserer Gleisanlagen und Unterlagen vor Ort, am 21.05.2004 kam dann unser Fahrzeugsachverständiger Herr Schweitzer und hat in Almstedt die Deutz-Lok (VL 2) und in Dassel dem SKL (DF 63) eine Fristverlängerung gegeben.
Das Frühjahrsfest lief im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt zufriedenstellend. Immerhin mussten wir erstmalig auf unseren SKL verzichten, der ja in Dassel zur Zeit unverzichtbar ist. Leider waren wir personell knapp besetzt, so dass einige Dinge wie zum Beispiel das Schienenfahrrad nicht besetzt werden konnten. Ohne die Mithilfe externer Helferinnen und Helfer wäre es fast nicht zu schafffen gewesen.
Am 11. und 12. 06.2005 konnten die 50 Gleisjoche, sowie 3 kurze Ausgleichsstücke per Tieflader nach Almstedt gebracht werden. Das Aufladen wurde mit 2 Baggern gemacht, für das Abladen in Almstedt hatte der Spediteur Henning Plass freundlicherweise kostenlos seinen Bagger mitgebracht. In den darauffolgenden Tagen wurden aus lagertechnischen Gründen diese Joche neben der Strecke zwischen der Schlesierstraße und dem Friedhofsüberweg verteilt.
In diesen Tagen fiel auch die schon oben erwähnte Beverbrücke in Markoldendorf dem Schneidbrenner zum Opfer, wieder ein weiteres Stück Eisenbahngeschichte weniger. Schade eigentlich, aber durch uns nicht zu ändern.
Immerhin, so eilig wie es damals war, die aus Stein gemauerten Stützpfeiler stehen jetzt noch so unberührt wie der Rest der Trasse noch unberührt in der Landschaft liegt. Aber 2006 (oder doch erst 2008 ?!?) soll es wohl mit der Entlastungsstraße angehen.
Am 26.06.2005 trat eine Delegation bestehend aus Christian, Carsten und Michael stilecht in schwarzer Heizerkluft und mit Heizerschippen bewaffnet vor der Kirche in Marienrode an, um das frischvermählte Vorstandsmitglied Claus nebst seiner angetrauten Steffi als erste im Eheglück zu begrüßen.
In Dassel ging der Gleisrückbau weiter, mittlerweile waren 3 Weichen sorgfältig ausgebaut und zerlegt worden. Auch war der Stilllegungsbeschluss für das Teilstück Markoldendorf-Juliusmühle bei der Ilmebahn eingegangen und man hatte uns gebeten, den vor der nicht mehr vorhandenen Beverbrücke stehenden Prellbock bitte vor dem ersten Straßenüberweg in Juliusmühle zu platzieren. Und wenn Michael dann einmal mit dem Bagger da in der Gegend ist, bleibt er auch nicht untätig. Auf dem Hinweg den Prellbock am Haken, auf dem Rückweg die Blinklichtanlage inklusive aller Zubehörteile wie z.B. die Straßenschilder, Blinklichter und Blinklichtüberwacher. Naja, nicht alles am Haken, er hatte sich schließlich gut vorbereitet und einen Anhänger dabei gehabt.
In Almstedt hatte Michael nun schon das 2.Mal je eine Woche Privatfahrzeugurlaub verbracht und sich an seiner V20 (VL 12) zu schaffen gemacht. Sonst hatte er sich dafür die Mittwoch-Nachmittage freigehalten. Als Unterscheidung zur Vereinsmaschine sollte diese Lok die Nummer V20 261 tragen, quasi als Erinnerung an ihre frühere Nummer DL 261.
Da waren die Vorbauklappen gangbar gemacht worden, die Bremsanlage komplettiert, ein Dremel wurde zur kosmetischen Behandlung der Zahnflanken im Getriebe herangezogen. Schließlich hatte Michael die geniale Idee, einen PKW-Motor zu Testzwecken in die Lok einzubauen. Unter sehr skeptischen Blicken einiger Leute füllte sich dann im Laufe des Sommers der Motorraum mit allem möglichen Gedöns, welches bei seiner Fertigung nie an einen solchen Einsatzort gedacht hätte.
So kam es, dass zum Erstaunen Vieler am 21.07.2004 die Lok die ersten paar Meter aus eigener Kraft zurücklegte. Auch konnte Michael noch in seiner Firma die zerstörten Flanschdeckel des Getriebes samt der Wendeschaltung nachfertigen, so dass kurze Zeit später die ersten Fahrten zum Grillplatz sowie einige Rangiermanöver mit zum Teil 4(!) Wagen gemacht werden konnten.
Das Sommerfest war von den Besucher- und auch Helferzahlen zum Glück deutlich erfreulicher als das Frühlingsfest, auch das Wetter spielte diesmal wieder mit. Als zusätzliche Attraktion konnte die auf dem neu beplankten Flachwagen aufgebaute und unserem Verein von Gerhard Hess freundlicherweise anvertraute LGB von Jannik und Kai vorgeführt werden. Sie hatten für diesen Zweck auch etliche Fahrzeuge aus eigenen Beständen mitgebracht.
Auch an der T3 ging es nun endlich wieder weiter. Hauptsächlich Jannik hat den meisten Rost mit unserem Nadelentroster oder zum Teil mit Hammer und Meißel entfernt. Er war es auch, der ein Maximum an Zeit mit Pinsel und Farbrolle im Wasserkasten zugebracht hat, um den nötigen Rostschutz aufzutragen. Michael hatte im Vorfeld die ganze Sache ausgemessen, und Christian konnte über seine Firma passendes Blech beschaffen und auch entsprechend zuschneiden. Nach dem Transport zum Bahnhof konnten auch diese Bleche bereits mit Rostschutz versehen werden.
Vor einiger Zeit hatte Peter einen alten Wellblechschuppen gekauft, der zwischenzeitlich als Baubude verwendet wurde, nun jedoch zum Draisinenschuppen umgebaut werden sollte. So wurde der Schuppen zerlegt und nach Almstedt transportiert. Dort angekommen, begann Gisela mit den Anstricharbeiten, nachdem Peter die im unteren Bereich leicht vergammelten Bleche entsprechend gekürzt hatte.
Am 07.10.2004 traf ein von Michael beschaffter Zweiwegebagger in Eilensen ein. Er ist ein Jahr jünger und etwas kräftiger als unser Vereinsbagger, ansonsten aber auch so ein Modell. Auch dieser Bagger hat uns beim Gleisrückbau schon viel geholfen und viel Fahrzeit auf der Strecke gespart. So waren zeitweise auf unserem neuen Domizil auf der Rübenverladestelle Eilensen außer unserem SKL samt Beiwagen drei Bagger stationiert. Diese neue Heimat war nötig geworden, weil fast genauso kurzfristig wie beim Überweg Deitersen der Baubeginn des neuen "Rewe-Marktes" in Dassel ins Haus stand. Hier hat Michael den entscheidenden Anruf der Ilmebahn an einem Donnerstagnachmittag erhalten, dass die Planierraupen am Montagmorgen ab 6.00 Uhr eine Schneise in den ehemaligen Einfahrbereich des Bahnhofs Dassel schieben werden.
Man hatte dies im Vorfeld zwar bereits geahnt, schließlich redete man mit den Bauleuten vor Ort, trotzdem lag natürlich noch das eine Gleis quer übers Gelände, welches uns abends den Rückweg in den Schuppen ermöglichte. Also saß Michael mal wieder am Donnerstag bis 22.30 Uhr auf dem Bagger (dann kamen die ersten massiven Beschwerden einiger Nachbarn), für den Freitag musste mal wieder ein Urlaubstag her. Da wurde dann pünktlich um 22.00 Uhr geendet. Und den Rest, der am Vereinssamstag noch nicht geschafft war, hat Michael dann am Montag in der Früh zwischen 5.00 Uhr und 6.00 Uhr erledigt. Die Mecker für diesen Lärm haben dann allerdings die Bauleute abgekriegt...
Somit war eine Nutzung des Dasseler Lokschuppens für unsere Schienenfahrzeuge nicht mehr möglich. Ebenso war es ungünstig, Werkzeuge und Gerätschaften dort zu lagern, weil man die ja an den zukünftigen Gleisbaustellen mit den Fahrzeugen brauchte. Zu diesem Zweck wurde ein Materialcontainer als abschließbare Behausung beschafft und entsprechend eingerichtet. Auch wurde später noch ein kurzer Stummel des Umfahrgleises der Rübenverladestelle Eilensen provisorisch zum Umsetzen der Bagger und des SKL wieder aufgebaut.
Im weiteren Verlauf des Jahres wurden noch einige Fuhren mit Sicherungstechnik, Blinklichtanlagen, etc. von Dassel nach Almstedt gemacht. Anfang 2005 gemachte "Beute" weitere Blinklichter lagert aus Platzmangelgründen in Almstedt noch bei Michael.
Als Höhepunkt unseres Herbstfestes stand wieder einmal eine Fahrzeugparade auf dem Programm. Diesmal konnten wir zusätzlich zu den üblichen Fahrzeugen die Zuckerfabriklok und vor allem Michaels V20 dem staunenden Publikom vorführen. Des Weiteren nahm als Gastfahrzeug eine Motordraisine vom Typ KLV 12 der Klein Mahner Eisenbahnfreunde an der Veranstaltung teil. Das Herbstfest war insgesamt gut besucht, und zum Glück lief wieder alles störungs- und unfallfrei.
Nach dem Herbstfest hatten sich Christian, Volkhard und Michael noch eine Woche Zeit für den Übernachtungswagen genommen. Da gab es an mehreren Stellen einiges an Blecharbeiten. Auf Grund der Witterung konnten die erneuerten Stellen nicht mehr mit der richtigen Farbe gestrichen werden.
Am 22.11.2004 trafen sich Wolfgang, Claus, umd Michael mit Vertretern der DB Immobilien in Hannover, um über einen Mietvertragsentwurf für das Bahnhofsgebäude in Bodenburg zu verhandeln, der danach noch durch die DB überarbeitet werden sollte.
Neben einigen privaten Feierlichkeiten auf unserem schönen Bahnhof, sowie mehreren gebuchten Sonderfahrten über das Jahr verteilt, gab es wie jedes Jahr eine gelungene Adventsfeier. Wie immer wurde alles durch Gisela und Peter perfekt vorbereitet.
Am 20.12.2004 fand ein DVD-Abend statt, es wurden unter anderem Filme über die Almetalbahn, die Lokparade 2004 und die V20 261, sowie das Miniaturwunderland in Hamburg durch Uwe gezeigt. An Silvester haben dann wieder Einige nach Tätigkeiten für den Verein, wie z.B. das Umstapeln der von Hansi aus Dassel gebrachten Weichenschwellen oder arbeiten im Wasserkasten der T3, den Jahreswechsel begangen.
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