Kesselreparatur Teil 7
"Der Dampfkessel unserer T3 ist wieder da!"
Dieser Satz machte am Abend des 19.08.2005 unter den mit den Vorbereitungen für das Bahnhofsfest beschäftigten Aktiven in Windeseile die Runde. Tatsächlich: Wie aus heiterem Himmel rollte gegen 19.00 Uhr ein Tieflader der Firma Plass auf den Bahnhofsvorplatz. Beladen war er mit dem reparierten und hellgrau grundierten Kessel und dahinter dem abgetrennten alten Langkessel. Außerdem war noch eine größere Transportkiste mit Zubehör mitgekommen. Die Überraschung war perfekt! Was den meisten Mitgliedern wie ein Wunder vorkam, war jedoch das Ergebnis langwieriger zäher Verhandlungen zwischen dem Vorstand, dem zuständigen Projektleiter Herrn Bräunert und der ausführenden Firma GOH bezüglich der Höhe der zusätzlich entstandenen Mehrkosten. Nachdem am Dienstag, 16.08.2005 in einem ausführlichen Telefonat zwischen Herrn C.Dieckow und Herrn Bräunert ein Kompromiss gefunden worden war, bestand man seitens des Vereins auch auf sofortiger Herausgabe des Kessels, idealerweise noch vor dem Bahnhofsfest am folgenden Wochenende. In unzähligen Telefonaten mit der zuständigen Sparkasse, dem Nachunternehmer GOH, Herrn Bräunert, dem Vorstand, dem Vereinskassenwart und dem Spediteur gelang es Dieckow schließlich alles so einzutakten, dass der Kessel am Freitagmorgen in Dreis-Tiefenbach abgeholt werden konnte. Fast wäre dies noch schiefgegangen, da der LKW seine vorherige Ladung nicht rechtzeitig entladen konnte und erst kurz vor Betriebsschluss des Lackierbetriebes, bei dem der reparierte Kessel stand, dort ankam. Letztlich ging jedoch alles gut und der Kessel erreichte wohlbehalten unseren Museumsbahnhof. Einige eingeweihte Mitglieder hatten bereits vorher den Kran platziert und so konnte zunächst der alte Langkessel sofort abgeladen werden. Aus Gewichtsgründen musste jedoch vom neuen Kessel das Wasser abgelassen werden. Auch so hatte unser Kran schon Mühe, den Kessel zu heben und vorsichtig auf dem Niederbordwagen abzusetzen. Dort konnte er dann während der Veranstaltung publikumswirksam den Besuchern präsentiert werden. Nach dem Fest wurde er natürlich vorsichtig in den sicheren Lokschuppen geschoben, wo bereits die weiteren Arbeiten begonnen haben.
Hier nun einige Bilder von der Ankunft des Kessels und seinem jetzigen Standort im Lokschuppen.

In der Abendsonne des 19.August 2005 trifft der langersehnte Kessel auf dem Museumsbahnhof Almstedt-Segeste ein.

Wie vorteilhaft es sein kann, eine kleine Dampflokomotive zu haben, zeigte sich diesmal bei der Transportlänge:
Beide Kessel passten hintereinander auf die Ladefläche!

Zunächst wurde der alte Langkessel abgeladen.

Im Vergleich mit dem geschweissten Neukessel bietet der alte Kessel trotz seines Zustands immer noch den interessanteren Anblick, ist er doch noch aus drei Schüssen genietet. In Zukunft wird dieser Kessel im Aussenbereich des Museumsbahnhofs als Anschauungsobjekt ausgestellt werden.
Die Beschläge der Rauchkammertür werden jedoch noch weiterverwendet.

Dass Wasser ganz schön schwer sein kann, wenn es kubikmeterweise auftritt, zeigte sich beim probeweisen Anheben mit unserem Kran. Es half nichts, das Wasser musste raus...

Sicher gelandet präsentierte sich der Kessel auf dem Niederbordwagen. Natürlich fuhr der Kessel nun nicht mehr wie einst vor der Reparatur als Ladegut im Museumszug mit, sondern wurde wie ein rohes Ei nach der Veranstaltung vorsichtig in den Lokschuppen gerollt.

Insgesamt macht die Verarbeitung der neuen Kesselbereiche einen guten Eindruck. Die Langkesselröhre wurde von aussen verzinkt , der Stehkessel und die übrigen rostanfälligen Teile gesandstrahlt und grundiert.

Im Lokschuppen angekommen gewährt der Kessel einen Blick in die Rauchkammer. Gut zu erkennen ist die neugefertigte Rohrwand mit den etwas unregelmäßigen Rohranordnungen. Diese sind zurückzuführen auf eine in den fünfziger Jahren durchgeführte und etwas missglückte feuerbüchsseitige Rohrwandbohrung.

Der Stehkessel macht dank der aufgebrachten Farbschicht gleich wieder einen viel besseren Eindruck. Hier wurden im Zuge der Reparatur lediglich einige Stehbolzen getauscht, bzw. undichte Bolzen nachgestemmt.

Wie bereits beschrieben, laufen auch die Arbeiten am Fahrwerk auf Hochtouren. Vermutlich Mitte September wird der neue Wasserkasten so weit verschweisst sein, dass die Maschine ausgeachst und die Fahrwerksuntersuchung durchgeführt werden kann. Dann kann es an den Zusammenbau gehen...
Mit der Rückkehr des abgenommenen Kessels rückt die Wiederinbetriebnahme der T3 in greifbare Nähe. Sicher wäre es unter Aufbringung sämtlicher Kräfte möglich, die Maschine bis zum Herbstfest 2005 fertigzustellen. Doch wir legen Wert auf eine sorgfältige Arbeitsweise, die unter diesem Termindruck möglicherweise nicht gewährleistet werden könnte. Die Mitgliederversammlung hat daher mit großer Mehrheit beschlossen, die Lok offiziell im Mai 2006 im Rahmen einer großen Feier in Betrieb zu nehmen. Wir werden selbstverständlich an dieser Stelle rechtzeitig das genaue Datum bekanntgeben. Alle Diejenigen, die mit Kesselrohrspenden zur Wiederinbetriebnahme beitragen, werden außerdem Einladungen zu einer separaten Feierstunde erhalten.
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