Kesselreparatur Teil 8
Nachdem der Kessel sorgsam in den Schuppen gebracht worden war, musste man sich zunächst weiter mit dem Fahrwerk, hier insbesondere mit dem Neubau des Wasserkastens beschäftigen. Es ist schon bewundernswert, mit welcher Ausdauer Christian Piper Teil für Teil in engstem Raum bei schlechter Frischluftzufuhr präzise einpasste und anschließend komplett zusammenschweisste. Eine undankbare Arbeit, von der man später nicht einmal mehr etwas sehen wird. Vor dem endgültigen Verschließen wird der Wasserkasten noch mit einer abdichtenden und korrosionshemmenden Innenbeschichtung versehen werden.
Beim Herbstfest diente der reparierte Kessel noch als Schaustück, von dem noch niemand wußte, ob er auch im Betrieb bestehen würde.
Parallel dazu war das Fahrwerk für die anstehende Prüfung durch den Sachverständigen Herrn Schweitzer ausgeachst worden. Dafür konnten die 15-Tonnen Winden der Ilmebahn erstmals eingesetzt werden. Das hochgekurbelte, achslose Fahrwerk bot gleichzeitig Gelegenheit, die Maschine auch hier mit einem Neulack zu versehen. Zum Einsatz kommt in diesem Fall der Farbton RAL 3000, mit dem die Fahrwerke der Dampfloks bis Mitte der vierziger Jahre vorigen Jahrhunderts lackiert waren.
Am 24.11.2005 wurde das Fahrwerk ohne Beanstandungen durch Herrn Schweitzer überprüft. Nach Abschluss der Lackierabreiten kann nun wieder das Einachsen erfolgen. Danach ist es dann auch nicht mehr lang bis zur Wiedervereinigung von Kessel und Fahrwerk. Dann endlich kann der Zusammenbau erfolgen, dem schließen sich etliche Probefahrten und Einstellarbeiten und am Ende die offizielle Abnahme an. Gleichzeitig werden neue Heizeranwärter angelernt, denen es wie nur wenigen anderen vergönnt ist, Ihre Lokomotive so anschaulich in allen ihren Einzelteilen zu erleben. Hier nun wieder einige Impressionen aus den letzten Wochen:

Das Fahrwerk im hochgekurbelten Zustand nach erfolgter Ausachsung:

Zurück blieben die Achsen. Diese werden nach gründlicher Reinigung neu lackiert. Die letzte Neulackierung liegt zwar erst 9 Jahre zurück, aber wenn man schon einmal dabei ist...

Detailaufnahmen vom Stehkessel mit den bereits montierten Armaturen
(links)
Blick auf das hochgebundene Gestänge
(rechts)

Von der alten Rauchkammertür konnten leider nur die Beschlagteile weiterverwendet werden, da die alte Tür durch diverse Rostaufwölbungen nicht mehr dicht abschloss und folglich die Rauchkammer immer etwas Nebenluft zog.

Fahrwerkdetails:
Links die Gleitbahnen für die Achslagerkästen.
Rechts gut erkennbar die Bereiche, die sich normalerweise durch die davor befindlichen Räder jeglichen Putzversuchen erfolgreich entziehen.

Blick auf Teile der Druckluftbremsanlage. Diese wird im Zuge der Montagearbeiten noch umgebaut werden (Hinterer Hauptluftbehälter, Anordnung Druckluftpumpe, etc.).
Rechts noch einmal ein Gesamtbild des auf dem Niederbordwagen gelagerten Kessels vor dem Anheizen. (Inzwischen ist der Stehkessel doch schon etwas rußgeschwärzter).

Abschließend noch einige Eindrücke aus dem neugebauten inneren Wasserkasten. Rechts erkennbar das Öffnungsloch für den heizerseitigen Wassereinfüllstutzen.

Hier der Blick aus Richtung Rauchkammer in Richtung Führerhaus. Links und rechts wieder die oben erwähnten Einfüllöffnungen. Die obere Abdeckplatte ist alt. Der verbliebene Spalt zwischen den neuen Wänden und dieser Platte wird noch abgedichtet.

Und hier ist der reguläre Einstieg, über den man zukünftig (nach Wiederverschluss der oberen Deckplatte) den Wasserkasten befahren muss (nichts für Werkstattpersonal mit Platzangst!).
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