1980
AHE Nr. VL 6 LOKINFO
Der 3. November 1980 war ein trüber Herbsttag, dicke Wolken hatten sich an diesem frühen Morgen über dem Gelände der Zuckerfabrik in Dinklar zusammengezogen, als die ersten Vereinsmitglieder vor dem fabrikeigenen Lokschuppen eintrafen, um ihre jüngste Errungenschaft nach Almstedt zu holen: Die Diesellokomotive V20022. Die Maschine war erworben worden, da sich gezeigt hatte, dass die an der Dampflok T3 durchzuführenden Reparaturmaßnahmen einen zeitlichen Umfang erreichten, der den Einsatz des Personenzuges an den Fahrtagen akut gefährdete. Außer einigen Kleindiesellokomotiven stand keine kraftemäßig gleichwertige Maschine für den Streckeneinsatz zur Verfügung. So war die Beschaffung der Lok für Einige Mitglieder ein notwendiges Übel, andere jedoch waren gleich begeistert von der Maschine mit Ihrem langsamlaufenden 6-Zylinder-Schiffsdiesel, von dem an diesem Morgen jedoch noch nichts zu hören war. "Wasser abgelassen!" Dieses am Motorvorbau befestigte Schild strahlte den Mitgliedern als erste entgegen, nachdem man die schiebtore geöffnet hatte. So blieb zunächst nichts übrig, als die Lok mit einem werkseigenen radlader vor den Schuppen zu ziehen, so weit, wie die im Pflaster eingelassenen Gleis gerade noch reichten. Der übrige Anschluss war bereits seit Jahren abgebaut.
Noch ahnten die Mitglieder nicht, dass Ihnen die pannenreichste Überführung der bisherigen Vereinsgeschichte bevorstand. Zunächst ließ sich alles gut an. Der Tieflader, eine Sonderkonstruktion mit absenkbarer Ladefläche, erschien pünktlich. Eigentlich wäre es möglich gewesen, mittels einer Winde die Lok ohne Kran auf die Ladefläche zu ziehen, wären da nicht der abgebaute Gleisanschluss und gewisse Platzprobleme gewesen, die dem Tieflader nur gestatteten, im schrägen Winkel an die Lok heranzufahren. So musste also der Kran die V20 an den Puffern anheben und aus dem Gleis schwenken. Danach wurde die Lok mit Hilfe des Krans auf den Tieflader gezogen, die Fahrt konnte beginnen...
Alle folgenden Bilder stammen aus einem von Peter Leinemann während des Tranportes gedrehten Super8-Film, was die grobe Auflösung erklärt.
Der Radlader zieht die V20022 vorsichtig vor den Schuppen. Zum ersten Mal seit Jahren kommt die Maschine wieder ans Tageslicht. Sie war nach der Rübenkampagne 1976 im Schuppen abgestellt und danach ncht mehr bewegt worden.
Erste Inaugenscheinnahme im trüben Morgenlicht. Die Lok scheint die lange Abstellzeit zumindest äußerlich gut überstanden zu haben.

Der Kran trifft ein. Eigentlich bestellt, um eine ins Höhenprofil hängende Leitung auf dem Werksgelände herauszuheben, muss er nun aber schon von Anfang an mithelfen.
Da der Spezialtransporter aus Platzgründen nicht vor die Lok fahren kann, soll mit dem Kran die Maschine in die richtige Richtung verschwenkt werden.

Nun wird die V20 vorne an den Puffern angehoben (was man ja eigentlich nicht tun soll!) und um ca. 45° verschwenkt.
Dies ist also der legendäre Spezialtransporter, die eigene Erfindung und der ganze Stolz des Spediteurs. Eine geniale Erfindung, zunächst ein scheinbar ganz gewöhnlicher Auflieger...

...doch schon kurz darauf entpuppt sich dieses Fahrzeug als äußerst beweglich, so kann er sich selbst anheben und seine vier Zwillngsräder seitlich nach links und rechts ausstellen...
...was seine Ladefläche dazu befähigt, in der nun freigewordenen Mitte zu einer Auffahrrampe heruntergelassen zu werden!
Kurz darauf wird die V20022 über Stahlprofile mit einer Winde und mit Hilfe des Krans auf den Transporter gezogen.

Fertig zur Abfahrt! Bis hierher lief alles planmäßig. Der Kran ist bereits zur Einfahrt der Dinklarer Zuckerfabrik gefahren, um eine zu niedrig hängende Leitung aus dem Profilbereich zu heben. Immerhin ist der Transport fast 4,4 m hoch!
Museumsbahnbetrieb Almetalbahn
Schwarze Heide 44
31199 Diekholzen
Webmaster C.Dieckow
webmaster@almetalbahn-online.de