Aufarbeitung GW 50 (Teil 3)
Nach (viel zu) langer Pause konnten im Zuge eines dreiwöchigen Arbeitsurlaubs im Juni 2007 die 2002 / 2003 begonnenen Restaurierungsarbeiten am Pw Posti (GW 50) endlich fortgesetzt werden. Bis dahin stand der Wagen mit Planen abgedeckt neben dem Lokschuppen. Dabei stellte sich heraus, dass die verwendeten Planen etwa alle zwei Jahre erneuert werden mussten, da sie nur eine begrenzte UV-Beständigkeit haben. So waren die Holzteile zumindest zeitweise der Witterung ausgesetzt.
Zu Beginn dieses Arbeitsurlaubs wurden alle alten Planenteile vom Wagenkasten entfernt. Danach erfolgte eine Bestandsaufnahme des Zustands sowohl der alten, als auch der neuen Holzteile. Es zeigte sich, dass sich der Zustand des Bestandskastens in der Zwischenzeit nicht verschlechtert hatte.
Die folgenden Bilder geben einige Eindrücke der dreiwöchigen Arbeit wider.

Nach dem Abnehmen der Planen zeigte sich, dass einige im Jahr 2003 erneuerte aufrechte Rahmenhölzer sich verzogen hatten, so dass hier nur ein erneuter Austausch in Frage kam.

Die rückwärtige Stirnseite noch mit den alten, jedoch nur noch fragmentarisch erhaltenen Verkleidungsblechen. Die neuen Bleche lagen bereits seit der letzten Aktion zum Anbau bereit.

Das Innere des Batteriekastens, nachdem man die festgerostete Klappe geöffnet und bergeweise Dreck und Rost entfernt hatte.

Im Gepäckabteil.
Blick auf das Fahrgestell und den Rahmen nach Ausbau der größtenteils durchgefaulten Bodenbeplankung.
Im Hintergrund links erkennbar die Öffnung für die Hundeabteiltür. Die linken Rahmenhölzer sind bereits ausgewechselt, die rechte Seite steht noch bevor.

Wenn etwas dieses Fahrzeug erhaltenswert macht, so ist es dieses Oberlichtdach! Im Zuge der weiteren Aufarbeitung wird versucht werden, hier möglichst viel Substanz zu erhalten und lediglich vorsichtig die alten Farbschichten zu entfernen.

Die noch weitgehend unberührte Seite des Posti. Es besteht die vorsichtige Hoffnung, auf dieser Seite abgesehen von der Schwelle und dem oberen Rahmen mehr erhalten zu können als auf der anderen Seite. Genaueres wird man sehen, sobald die Bleche abgenommen sind...

Eindrucksvoll ist hier zu erkennen, wie die geschwächten aufrechten Rahmenhölzer die Last des Daches nicht mehr aufnehmen können, so dass sich die ganze Wand nach außen beult. Wie auf der anderen Seite bereits geschehen, wurde diese hintere Seitenwand später komplett erneuert, da auch hier nachträglich ein zusätzliches Fenster eingebaut wurde, welches im Zuge der Herstellung des Ursprungszustands des Wagens entfällt.

Eine besonders zeit- und arbeitsintensive, sowie schmutzige Angelegenheit war die Freilegung der Oberlichter. Aus Gründen der Einfachheit und dem besseren Schutz gegen Undichtigkeiten waren die Oberlichter bei den Verkehrsbetrieben Peine - Salzgitter kurzerhand mit Schalbrettern seitlich zugenagelt, zusätzlich mit Bitumenmasse verschmiert und anschließend mit Dachbahnen überklebt worden. Auf diesem Bild sind die unterschiedlichen Stadien der Freilegung gut zu erkennen. Die noch intakten Scheiben wurden vorsichtig herausgenommen und werden - soweit möglich - wiederverwendet.

Auch am Fahrgestell ging es mächtig voran. Wurde 2003 der hintere Bereich komplett bearbeitet, so konnte diesmal die andere Seite werden. Nadelentroster und Rostumwandler waren wieder einmal bewährte Helfer.
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