Aufarbeitung GW 50 (Teil 5)
Die Aufarbeitung des Wagenkastens:
Wie bereits bei den vorigen Arbeitseinsätzen festgestellt, befand sich der Wagenkästen insbesondere an den Längsseiten in Folge jahrelanger Durchfeuchtung in einem stark abgängigen Zustand. Deshalb konnten hier oftmals die alten Rahmenteile nur noch als Schablone verwendet werden und waren komplett zu ersetzen. Bei der in diesem Arbeitsurlaub sanierten Seite kam erschwerend hinzu, dass das obere Rahmenholz in Vorzeiten bereits ausgetauscht worden war, allerdings nicht gegen ein Eichenholz, sondern gegen Fichte. Entsprechend war diese Seite im oberen Bereich komplett abgängig und verfault. Leider griff die Fäulnis auch auf die mit dem Längsholz durch Grate verbundenen Querhölzer über, so dass auch diese zum Teil zu Ersetzen sind. Entsprechend war in diesem Arbeitsurlaub ein großer Teil der Arbeitszeit durch den Nachbau von Rahmenteilen geprägt, so dass zunächst am Fahrzeug augenscheinlich kein Fortschritt zu verzeichnen war, was natürlich für entsprechende Kommentare sorgte... Umso erstaunter waren die Beobachter, als innerhalb der letzten drei Arbeitstage fast eine komplette Wagenseite mit Rahmenhölzern, eine Stirnseite mit neuen Blechen, sowie das hintere Viertel der anderen Wagenseite mit neuen Rahmenhölzern versehen war. Darüber hinaus ist in dieser Zeit bereits Einiges vorbereitet worden, was im nächsten Arbeitsurlaub zum Einbau kommt.
Die Arbeit selbst stand zunächst unter keinem guten Stern: Nach dem Auspacken des Wagen musste festgestellt werden, dass zwei beim letzten Mal eingebaute neue Rahmenhölzer wohl noch zu frisch gewesen waren und sich beim Trockungsprozess verzogen hatten. Sie mussten nochmals ersetzt werden. Dann ließ uns der Holzlieferant für die Eiche im Stich, trotz wochenlanger Vorbestellung. Zum Glück, denn durch Zufall konnten wir in Gronau bei einem Holzhändler einen jahrelang luftgetrockneten aufgeschnittenen Eichenstamm (4 Bohlen) günstig erstehen, der darüber hinaus noch sehr gerade gewachsen und fast astrein war.
Nachdem man diesen per LKW abgeholt und mit der Handkreissäge (Bohlenstärke 76 mm!) auf ein einigermaßen händelbares Maß geschnitten hatte, konnte es dann endlich losgehen.
Hier nun einige Aufnahmen von den Arbeiten:
Hier sind die Bohlen schon "handlich" aufgeschnitten. Geliefert wurden sie in der doppelten Breite. Zum Glück besitzt der Verein eine leistungsstarke Handkreissäge (die auf dem Bild erkennbare Kettensäge diente nur zum Ablängen).
Nach dem Grobzuschnitt erfolgte der exakte Zuschnitt auf der Tischkreissäge.

Und das (und einiges mehr!) ist in vielen Arbeitsstunden daraus entstanden: Die oberen Rahmenhölzer, geschweifte Dachspanten, aufrechte Rahmenhölzer, Riegel, Türpfosten, usw. Jedes neu angefertigte Teil wurde dem als Modell verwendeten Altteil exakt nachgebaut. Auf diese Weise waren Bestands- und Neuteile problemlos kombinierbar.

Eine typischer Fall für den Zustand im Dachrandbereich: Das ehemals vor dem Winkel verlaufende obere Rahmenlängsholz war stark verfault und ist bereits entfernt worden. Das mit einem Aussteifungswinkel anschließende Dachquerholz verfügte ursprünglich am Kopfende über einen gegrateten Zapfen. Die Fäulnis hat jedoch auch auf diesen Bereich übergegriffen, so dass der Zapfen komplett verschwunden und das Querholz bereits weitgehend ausgehöhlt ist. Da hier die Dachlast abzufangen ist, wird man dieses Querholz entweder anschuhen oder komplett erneuern müssen.

Mühselig und schmutzig gestaltete sich auch die Entfernung der alten Dachbahnen und die Säuberung der Dachschalung. Die Scheiben des Oberlichtbandes konnten zum Teil erhaltend ausgebaut werden. Später werden in einige der Öffnungen wieder die ehemals vorhandenen Dachlüfter eingebaut. Ebenfalls zu erkennen sind die ab Kopfende abgefaulten geschweiften Dachspanten. Auf dieser Seite werden etliche zu erneuern sein.

Dieser Zwischenzustand zeigt eindrucksvoll, dass zeitweise auf der hinteren Wagenhälfte die komplette Wand fehlte. Natürlich wurden etliche der Originalteile beim Wiedereinbau wiederverwendet. Es mussten jedoch fast alle aufrechten Rahmenhözer, die untere Schwelle, sowie die oberen Rahmenlängshölzer erneuert werden.

Die seitlichen Verkleidungsbleche waren bereits 2003 beschafft und auch damals schon einmal grundiert worden. In Folge der langen Lagerzeit hatten sie jedoch bereits wieder in Teilbereichen Rost angesetzt. Dieser wurde entfernt und die Grundierung erneuert.

Beim Einbau der Rahmenhölzer (links). Kurz darauf sind auch die Bleche an der hinteren Stirnseite montiert. (rechts)
Blick auf die rechte und die linke hintere Strinfront zum Ende des Arbeitsurlaubs.

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen: Wie bereits im Vorbericht beschrieben, wurde das hintere Seitenfeld in den Ursprungszustand zurückversetzt, d. h. das Seitenfenster nicht mehr vorgesehen. Daran schließt sich die Öffnung für die Doppelflügeltür an. Es folgt das Feld mit Fenster und Briefeinwurf. Hinter der erkennbaren Zwischenwand folgt die Öffnung für das Hundabteil, dann zwei geschlossene Felder und schließlich die Öffnung für die Schiebetür des Gepäckabteils. Die Ergründung, was sich hinter dem daneben erkennbaren alten Verkleidungsblech verbirgt, haben wir uns für den nächsten Einsatz im Jahr 2007 aufgespart...
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