Aufarbeitung DF 79 "Hubi"
Nach seiner Ankunft wurde der Hublader zunächst im Lokschuppen untergestellt. Dann verschaffte man sich einen ersten Überblick über den Zustand. Leider befand sich das Fahrzeug in einem schlechteren Zustand, als zunächst angenommen: Abgesehen von den komplett geplünderten Armaturentafeln im Führerhaus und im Bagger hatten es sich die Diebe auch nicht nehmen lassen, den Baggermotor um die Zuleitungen zu den Zylindern und weitere Kleinteile zu erleichtern. Glücklicherweise waren sie bei dem Versuch gestört worden (oder an Ihrer Unfähigkeit gescheitert), die Einspritzpumpe zu demontieren. Die Standheizung im Führerhaus, mehrere Signalhörner an Bagger und Unterwagen, sowie ein Kranhaken fielen Ihnen allerdings zum Opfer.
Im weiteren Verlauf der Aufarbeitung sollte sich noch zeigen, dass der Hauptfahrmotor erst nach einer Instandsetzung der Einspritzpumpe wieder zum Leben erweckt werden konnte, der Hydraulikmotor des Oberwagens allerdings auf Grund unsachgemäßen Abschleppens einen Totalschaden erlitten hatte. Hierfür konnte zum Glück zwischenzeitlich Ersatz beschafft werden. Weitere Dinge wie zu ersetzende Fensterscheiben oder die zu entlüftende Kupplung sind dagegen kaum der Rede wert und wurden im Zuge der optischen Aufarbeitung nebenbei mit erledigt. Die erste Aktion war jedoch im Dezember 2007 die Wiedermontage des aus Transportgründen demontierten Auslegers.

FAHRZEUGINFO
Am 15.12.2007 wurde der Hublader aus dem Schuppen gezogen, um den Hauptarm wieder montieren zu können. In solchen Momenten wird erst deutlich, welches Gewicht ein Bagger schon mit einer leeren Schaufel zu bewältigen hat.

Nur mit vereinten Kräften von Bagger und Kranwagen und viel Fingerspitzengefühl gelang es, den Ausleger so zu bugsieren, dass er in die vorgesehene Position passte.

Die Blecharbeiten im unteren Türbereich, sowie an der Führerhausseitenwand gehörten zu den ersten Tätigkeiten im Zuge der Aufarbeitung. Währenddessen wurde von Gebrauchtteilehändlern Ersatz für die fehlenden Armaturen beschafft.

Das war einmal der Fahrstand des Hubladers. Zumindest kann man erkennen, was hier einmal gesessen hat (ältere Fotos, sowie die freundliche Hilfe der Ostertalbahner taten ihr Übriges). Inzwischen konnte das Armaturenbrett wieder komplettiert werden.

Am Beginn der optischen Aufarbeitung stand das Anschleifen der Oberflächen. Zum Glück wies sich der Altanstrich nur an einigen Stellen Rostflecken auf, so dass auf ein komplettes Abschleifen verzichtet werden konnte. Interessant waren dafür die wieder zu Tage tretenden ursprünglichen Anschriften, die dokumentiert wurden und nach Abschluss der Lackierarbeiten wieder angebracht werden.

Ein Tiefpunkt während der Aufarbeitung war die Erkenntnis, das der Hydraulikmotor einen Totalschaden erlitten hatte. Offensichtlich wurde das Fahrzeug mit eingekuppeltem Ölmotor geschleppt. Eine solche Behandlung ist absolut tödlich. Man kann aus dem Bild erahnen, welche zerstörischen Kräfte auf die Oberfläche der Trommel eingewirkt haben müssen. Zum Glück konnte zwischenzeitlich ein Ersatzmotor beschafft werden, der nach einigen Anpassungsarbeiten montiert werden kann.

In einer Regenpause im März 2008 (inzwischen ist schon viel Zeit und noch mehr Arbeit ins Land gegangen) sonnte sich der "Hubi" vor dem Lokschuppen. Das Führerhaus war bereits grundiert, der Unterwagen mit Rostumwandler vorbehandelt.

Eine Woche später konnte man das Führerhaus dann schon im ersten Lackanstrich bewundern. Außerdem wurden Scheiben und Fenster-dichtungsgummis beschafft und das Führerhaus damit wieder wetterfest gemacht.

Nachdem der Hauptmotor instandgesetzt und auch die Kupplung gängig gemacht worden war, konnte am 30.03.2008 nach einer Nachtschicht des Aufarbeitungsteams endlich die Jungfernfahrt stattfinden.

Stolz reckt "Hubi" seinen Arm gen Himmel. Allen Skeptikern zum Trotz erhält der Verein in Kürze ein wieder voll einsatzbereites, für die Streckenunterhaltung sehr wichtiges Nutzfahrzeug. Erste Probeabschnitte konnten mit dem montierten Mähwerk schon erfolgreich freigeschnitten werden.
Auch wenn bislang die Aufarbeitung noch nicht komplett abgeschlossen ist, so wurde in Anbetracht der Tatsache, dass im November 2007 ein technisch wie optisch desolates Fahrzeug übernommen wurde, doch in kurzer Zeit viel erreicht.
Insbesondere haben sich um Hubis Wiedererstehung sowohl in tatkräftiger, als auch in finanzieller Hinsicht verdient gemacht: Christian Piper, Michael Börngen, Carsten Schlüter, sowie Steffi und Claus Dieckow.
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