Aufarbeitung GW 55
Der Güterwagen GW 55 konnte in den siebziger Jahren gemeinsam mit anderen Fahrzeugen von den Verkehrsbetrieben Peine - Salzgitter erworben werden. Schon damals befand sich das inzwischen 101 Jahre alte Fahrzeug nicht in bestem Zustand. Auf Grund anderer als vordringlicher eingestufter Projekte verblieb jahrelang eine Aufarbeitung, da die Güterwagen in erster Linie als Lagerraum genutzt wurden. Da jedoch sämtliche Güterwagen nach und nach grundlegend aufgearbeitet werden sollen, beschloss man, mit dem substanziell schlechtesten Fahrzeug zu beginnen. Diese Eigenschaften erfüllte GW 55 zur Genüge: Schwergängige, verzogene Türen, Durchrostungen an den Winkelprofilen, abgängiges, morsches Holz im Bereich der Wand- und Bodenbeplankung, sowie zum Teil gebrochene Dachspriegel sind dabei nur die wesentlichsten Mängel, die es zu beseitigen gilt. Daher wurde im Sommer 2008 damit begonnen, den Wagen leer zu räumen und danach die Seitenbeplankung zu entfernen.
FAHRZEUGINFO
GW 55 vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten noch als Lagerraum im Museumsbahnhof Almstedt.

Detail der Lüftungsluke: Die Beschriftung war vor Jahren durch ein damaliges Vereinsmitglied aufgetragen worden, nun wird jedoch kein Neuanstrich mehr helfen...

An der Schiebetür zeigte sich exemplarisch der sehr schlechte Zustand der Beplankung. Große Löcher waren in den letzten Jahrzehnten durch die Museumsbahner mit Blechtafeln geflickt worden. Die Tür läuft schon nicht mehr in der Führungsschiene.

Vorbereitend auf diese Aufarbeitungs-aktion war bereits 2006 eine größerer Menge Bretter erworben worden, die nun in der Vereinstischlerei abgelängt, auf Breite geschnitten, auf die richtige Sträke gehobelt und mit Nut- und Feder versehen wurde.
Abschließend wurden alle Bretter noch übergeschliffen.

Und hier landeten die Überreste der alten Beplankung. Wie befürchtet konnten keine Bestandsbretter wiederverwendet werden.

Die erste Wand war gefallen. Übrigens (fast) ohne Gegenwehr, da die ehemals im Wagen vorhandenen Regale nun auch keine Stabilität mehr geben konnten. Wenigstens war es von nun an durch die erfolgte Zwangsbelüftung wesentlich angenehmer, in dem Wagen zu arbeiten.

Der Blick in den entkernten Wagenkasten offenbarte, dass auch im Bereich der Dachspriegel erhebliche Arbeit auf die Aktiven wartet. Es werden insgesamt 7 Spriegel ersetzt werden müssen, um dem Dach die notwendige Stabilität wiederzugeben.

Zwei Arbeitstage später war der Wagen weitgehend freigelegt. Die Begutachtung der Schäden an den Winkelprofilen konnte beginnen. Hierbei zeigte sich, dass doch so Einiges zu ersetzen sein würde, bevor man sich an das Aufschrauben der neuen Beplankung machen kann...

Während nebenan Andere das weitere Vorankommen der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft bis zum EM-Finale bejubelten, wurde unsere entkleideter GW 55 zunächst vor den Lokschuppen geschoben, um dort die letzten Holzreste, sowie noch festsitzende Klammerschrauben, etc. zu entfernen.

Blick auf das teilweise freigelegte Fahrwerk. Ein ähnliches Bild war man schon vom ebenfalls in Aufarbeitung befindlichen GW 50 gewohnt.
Leider musste die weitere Aufarbeitung auf Grund abzuarbeitender Auflagen der LEA zunächst unterbrochen werden. Es ist jedoch vorgesehen, im Winterhalbjahr 2008/2009 die notwendigen Schlosserarbeiten so weit voranzutreiben, dass im Frühjakr 2009 mit der Montage der Beplankung begonnen werden kann. In einem zweiten Schritt wird dann die Dachsanierung durchgeführt. Nach Abschluss der Aufarbeitung soll GW 55 die Ausrüstungsgegenstände für die Veranstaltungstage aufnehmen, so dass der Güterboden zum Ausstellungsraum umgenutzt werden kann. Der ehemals als Austellungswagen genutzte PW 39 wird dann zum Aufenthaltswagen für die Vereinsmitglieder umgebaut. Über die Aufarbeitung wird an dieser Stelle weiter berichtet werden.
Museumsbahnbetrieb Almetalbahn
Schwarze Heide 44
31199 Diekholzen
Webmaster C.Dieckow
webmaster@almetalbahn-online.de