VL 8
Diesellok (Einheits-Kleinlokomotive Leistungsklasse II)

Typ: Köf II
(LDE50/80)
Hersteller: BMAG, Berlin
Baujahr: 1937
Fabrik-Nr.: 10635
Motor: Kaeble GN 130 S-Lok
Motor-Nr.: 9702
Dienstgewicht: 17 t
Höchstgeschw.: 30 km/h
Länge ü. Puffer: 6392 mm
Bremse: Druckluftbremse (Knorr)
Getriebe: Voith-Turbo-Getriebe L33
Raddurchm.: 850 mm
Antriebsart: Kettenantrieb
 VL 8 im Bf. Almstedt (Frühjahr 2001)
Die Lok vom Typ LDE 50/80 der Berliner Maschinenbau AG entspricht der Bauart der einheitlichen Kleinlokomotive der Leistungsklasse II, wie sie ab 1930 für die Deutsche Reichsbahn entwickelt wurde. Sie besaß ursprünglich einen MWM -Motor Gs 17 mit 80 PS (Motor-Nr. 60650).
Dieser Loktyp wurde im Rangierdienst auf fast allen größeren Bahnhöfen und vor leichten Übergabezügen eingesetzt. Selbst mit kurzen Güterzügen und vereinzelt sogar vor Personenzügen waren diese Loks zu sehen. Auch auf der Strecke Bodenburg-Elze und den umliegenden Strecken war die Köf eine typische Lokomotive. Vor allem in den letzten Jahren des Güterverkehrs wurden damit die wenigen verbliebenen Güterwagen zugestellt.
Auch die Deutsche Wehrmacht machte sich die Vorteile dieser Lokomotivkonstruktion zunutze. Unsere Lok wurde daher 1937 an das Reichsluftfahrtministerium ausgeliefert. Einsatzort bei der Luftwaffe war Nordholz, ab 1942 die Luft 7/11 Pulverhof Rastow. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Lok von der Deutschen Bundesbahn als Kö 6007 übernommen. An Stationierungen sind bislang bekannt:
- 1950 ED Hannover
- ? Bw Flensburg
- ? Bw Kassel
- Ausmusterung 1977
War die Lok als Kö zunächst mit einem mechanischen Schaltgetriebe ausgestattet, so erfolgte 1965 der Umbau nach "Typenblatt 19" mit einem Flüssigkeitsgetriebe und die Umbezeichnung in "Köf 6007". Nach der Einführung des neuen Nummernschemas im Jahr 1968 erfolgte die Umnummerung in 322 609-9. Die letzte Hauptuntersuchung fand 1971 statt. Im Jahr 1977 wurde die Lok an die Schrotthandlung "Wilhelm Ludwig GmbH" in Hannover-Leinhausen verkauft, die sie bis 1992 im Verschub auf dem Werksgelände einsetzte.
Über einen privaten Loksammler gelangte die Lok dann 1995 zunächst leihweise zur Almetalbahn. 1999 konnte sie schließlich vom Verein erworben werden. Daraufhin erfolgte die Aufarbeitung, bei der auch die zahlreichen Beulen und Korrosionsschäden beseitigt wurden, die die Lok in ihrem harten Einsatz auf dem Schrottplatz erlitten hatte. Bei der technischen Aufarbeitung wurden unter anderem der defekte Luftpresser, sowie das Führerbremsventil ersetzt, so daß die Luftbremse nun wieder intakt ist. Seit 2003 steht die Maschine im Streckendienst an den Veranstaltungstagen zur Verfügung.
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