DF 64
Schwerkleinwagen
Typ: Klv 51 (SKL)
Hersteller: FKF-Werke
Fabrik-Nr.:12392
Motor: KHD A4L 517
Leistung: 72 PS
Baujahr: 1957
Fabrik-Nr.: unbekannt
Eigengewicht: 5600 kg
Ladegewicht: 5000 kg
Tragkraft Kran: 2200 kg
größter Hubweg: 4500 mm
Hersteller Kran: Robel & Co, München
Anzahl der Achsen: 2
zul. Höchstgeschw.: 50 km/h
Vorräte: Diesel 50l
DF 64 nach der Aufarbeitung (2007)
Für leichte Gleisbauarbeiten sowie Reparaturen an Signalanlagen beschaffte die Deutsche Bundesbahn ihren Gleisbaurotten den sogenannten "Schwerkleinwagen Klv 51". Er war ausgestattet mit einer Ladefläche, die mit Flachten und bei Bedarf mit aufsteckbaren Sitzbänken ergänzt werden konnte. Das Führerhaus war extra schmal ausgeführt, damit auch längere Schienenstücke oder Signale problemlos transportiert werden konnten. Oft war jedoch auch zu beobachten, daß sich die Gleisbauarbeiter während der Fahrt vorne auf die motorgewärmte Haube setzten, was natürlich aus Sicherheitsgründen eigentlich verboten war. Jedoch bot das Führerhaus nur dem Fahrer Platz. Hinter dem Führerhaus befand sich ein kleiner mechanischer Ladekran, der über eine Welle vom Motor betrieben werden konnte. Durch Umschalten zwischen Kranbetrieb und Fahren vom Führerhaus aus konnte die Kranflasche herauf, bzw. herabgelassen werden. Durch seine ungünstige Positionierung war es jedoch nur begrenzt möglich, den Kran außerhalb der Ladeflächenreichweite einzusetzen. Dies führte dazu, daß im Laufe der 60er Jahre viele Klv 51 mit verlängerten Kranarmen oder komplett neuen, hydraulischen Kränen, die sich dann allerdings am Fahrzeugende befanden, ausgerüstet wurden. Durch diese Maßnahme erweiterten sich die Einsatzmöglichkeiten enorm. Allerdings mußten letztgenannte Fahrzeuge ebenso wie die als Nachfolger beschafften Klv 53 mit zusätzlichen hydraulischen Stützen ausgerüstet werden, um sich im Kranbetrieb nicht selbst aus dem Gleis zu hebeln.
Die Endgeschwindigkeit von 50 km/h war nötig, um mit dem Wagen notfalls auch zwischen zwei regulären Zügen den Einsatzort wechseln zu können, was besonders im Einsatz auf Hauptstrecken von Vorteil war. Da zu Einsatzzeiten des Klv 51 viele Bahnhöfe noch über umfangreichere Gleisanlagen verfügten, war ein schnelles Ausweichen noch möglich. Das Fahrzeug verfügte nicht über normale Zug- und Stoßvorrichtungen, sondern über eine Scharfenbergkupplung (LKW-Kupplung). Es konnte jedoch mit einer Schleppstange auch "normale" Schienenfahrzeuge befördern. Durch die Überbeanspruchung insbesondere der Reibungskupplung beim Anfahren führten diese Einsätze jedoch schnell zu Schäden und waren deshalb bei den Personalen entsprechend unbeliebt.
Bis in die achtziger Jahre verfügten viele Bahnmeistereien über Einsatzfahrzeuge dieses Typs, der auf fast allen kleineren und mittleren Bahnhöfen zu Hause war. Heute sind die Klv 51 längst vollständig durch den erwähnten Nachfolgetyp Klv 53 und 54 ersetzt worden, die über ein geräumiges Führerhaus und eine etwas größere Ladefläche verfügen. Doch auch die Tage dieser Fahrzeuge sind inzwischen gezählt, da es die DB-AG ihrer zweifelhaften Politik entsprechend vorzieht, die Gleisunterhaltungsarbeiten mit Straßenfahrzeugen durchzuführen...
Auch bei Museumseisenbahnen fallen viele Instandhaltungsarbeiten an der Strecke an. Deshalb organisierte ein damaliges Mitglied im Jahr 1977 einen von der Bahnmeisterei ausgemusterten, jedoch technisch noch intakten Klv 51. Dieser war am 25.09.1957 ausgeliefert worden. Unter der Nummer "Klv 51-8796" gehörte er vom 10.10.1957 bis zum 05.02.1969 dem Bw Hannover-Linden (Bm Lehrte Vbf) an. Vom 06.02.1969 bis zum 12.06.1973 leistete er dann beim Bw Hannover (Bm Nordstemmen) Bauzugdienste. Sein letzter Einsatzstützpunkt war vom 12.06.1973 bis 1977 das Kbw Braunschweig (Bm Derneburg).
Das Fahrzeug hat im Zuge der Almstedter Bahnhofsumbauten und Gleisbauarbeiten bei der Museumseisenbahn über die Jahre unschätzbare Dienste geleistet. Inzwischen ist aus dem zunächst eher zweckmäßig betrachteten Arbeitswagen ein vollwertiges Museumsfahrzeug geworden, verfügt er doch noch über die seltene erhaltene Grundausstattung mit unverändertem mechanischen Kran. Trotz seines noch nicht so hohen Alters befand sich Beblechung in einem sehr schlechten Zustand mit den für diesen Typ obligatorischen Durchrostungen unter dem Seitenfenster und an der Türschwelle. Im Jahr 2000 wurde das Fahrzeug deshalb komplett aufgearbeitet, wobei man unter anderem das gesamte Führerhausblech erneuerte.
2001 erhielt der Wagen dann neue Flachten und rekonstruierte Sitzbänke, so daß er vom Sommer 2001 bis Herbst 2003 für Mitfahrten bei den Bahnhosfesten eingesetzt werden konnte und sich beim Publikum großer Beliebtheit erfreute.
Vom Winter 2003 bis Frühjahr 2006 war das Fahrzeug dann noch einmal im Gleisbau tätig: Beim Abbau der Strecke Markoldendorf - Dassel wurde es zum unentbehrlichen Helfer beim Transport der rückgebauten Gleisjoche. Dieser rauhe Arbeitsalltag und die Witterungseinflüsse gingen nicht spurlos vorbei, so dass nach der Rückkunft in Almstedt ab Herbst 2006 eine Generalaufarbeitung durchgeführt wurde, die eine Instandsetzung und Neulackierung des Fahrwerkes und der Aufbauten, Reparatur der Bremsanlage, sowie der Besandungsanlage, komplette Neubeplankung, sowie einen Motorentausch beinhaltete. Vom Sommer 2007 an wird der KLV 51 wieder bei den Bahnhofsfesten eingesetzt.
Für den Gleisbau wird er allerdings aus erhaltungstechnischen Gründen in Zukunft nicht mehr regulär eingesetzt werden, sobald ein modernes, von einem Vereinsmitglied beschafftes "GAF" (Gleisarbeitsfahrzeug) mit Ladefläche und aufgebautem Atlasbagger zur Verfügung stehen wird.
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