Der Verein
Auf dieser Seite erfahren Sie Einiges über unseren Verein, seine Ziele und seine Geschichte. Zunächst einige allgemeine Informationen:

Der Vereinsname:
Der offizielle Name des Vereins lautet "Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn e.V." (kurz AHE), wobei wir auch unter der Bezeichnung "Almetalbahn" bekannt sind. Dieser zweite Name ist jedoch als Vereinsbezeichnung aus zwei Gründen etwas irritierend: Zum einen gibt es in Westfalen eine zweite "Almetalbahn", mit der wir schon öfter verwechselt worden sind, zum anderen ist die AHE die Betreiberin und Eigentümerin einer Strecke, die durch das Almetal bei Bad Salzdetfurth verläuft und deshalb ebenfalls Almetalbahn genannt wird.
Die Vereinsanschrift:
Unsere Vereinsanschrift lautet:
Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn e.V.
Schwarze Heide 44
31199 Barienrode
Tel. 05121 / 261388
email: webmaster@almetalbahn-online.de
Die Vereinsziele:
Ziel des Vereins ist die Erhaltung von Eisenbahnfahrzeugen und eisenbahntechnischen Anlagen möglichst im betriebsfähigen Zustand und in passender Umgebung. Daher wird im Museumsbahnhof Almstedt - Segeste nicht nur auf Fahrzeugdetails, sondern auch auf Betriebsanlagen besonderer Wert gelegt. Obwohl versucht wird, in der zeitlichen Einordnung der Fahrzeuge die frühen fünfziger Jahre darzustellen, geht es jedoch nicht darum, realistisch eine bestimmte Dorfbahnhofsszenerie der 50er Jahre nachzustellen: Zu viele Fahrzeuge befinden sich auf dem Bahnhofsgelände. Dies widerspricht jedoch nicht dem musealen Gesamtcharakter, im Gegenteil: Der Besucher erlebt über die für einen Dorfbahnhof typischen Einrichtungen hinaus eisenbahnspezifische Details und Fahrzeuge, wie sie der angesprochenen Epoche entstammen.
Der Vereinsstatus:
Der Verein wurde im Jahr 1972 gegründet und ist als gemeinnützig anerkannt. Er erhält, da kein Museumsstatus besteht, keine öffentlichen Zuschüsse und finanziert sich allein aus Mitgliedsbeiträgen, Veranstaltungseinnahmen und Spenden.
Die Vereinsmitglieder:
Derzeit besteht der Verein aus ca. 40 aktiven und passiven Mitgliedern, wobei die Zahl der aktiven Mitglieder insgesamt bei zwanzig anzusetzen ist, von denen an den Arbeitseinsätzen 5-8 Aktive abwechselnd im Einsatz sind. Unsere Mitglieder entstammen allen denkbaren Berufssparten. Jeder Einsatzwillige ist im Museumsbahnhof jederzeit herzlich willkommen und wird je nach seinen Interessen und Fähigkeiten durch unsere Fachleute angelernt. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, jedoch die Bereitschaft, in einem Team für ein gemeinsames Ziel zu arbeiten.
Unter den Aktiven herrscht eine fast familiäre Atmosphäre, in die man sich schnell integrieren kann.
Die Arbeitseinsätze:
Einsätze finden grundsätzlich an jedem Samstag ab 10 Uhr statt. Treffpunkt ist der Museumsbahnhof Almstedt - Segeste. Außerdem können kurzfristig auch Einsätze an anderen Wochentagen stattfinden, wenn sich hierfür Freiwillige bereitfinden. Besonders in den Sommermonaten nehmen sich auch Aktive für bestimmte Projekte eine oder mehrere Wochen Urlaub. Während solcher "Arbeitswochen" konnten in den letzen Jahren sehr erfolgreich Großprojekte wie die Aufarbeitung der VL 8 oder dem DF 64 durchgeführt werden. Da während dieser Wochen auch im Museumsbahnhof gewohnt wird, entsteht innerhalb der Arbeitsgruppen ein guter Zusammenhalt, der sich auch positiv auf die übrige Vereinsarbeit auswirkt, da hierbei neue Projekte in aller Ausführlichkeit besprochen werden können.
Der Verein verfügt über Fachleute verschiedener Schwerpunkte. Insbesondere sind dies die Bereiche Schlosserarbeit, Motoreninstandsetzung, Elektroinstallation und Holzarbeiten. Die Anleitung von Laien erfolgt grundsätzlich durch diese Fachleute.
Die Ausstattung:
Der Verein verfügt über die wesentlichen Werkstatt- und Werkzeugausstattungen, die für eine vernünftige Fahrzeugaufarbeitung und Instandhaltung notwendig sind. Dazu zählt ein umfangreicher Werkstattbereich im Lokschuppen, Ausachsmöglichkeit durch Handkurbelwinden, eine komplett eingerichtete Tischlerei, sowie die wichtigsten Schlossereiausstattungen.
Betriebsanlagen:
In Vereinseigentum befindet sich die etwa 5 Kilometer lange eingleisige Nebenbahnstrecke vom DB-Bahnhof Bodenburg (km 0,7) bis zum Streckenendpunkt bei Kilometer 5,05 einschließlich des Bahnhofsgeländes Almstedt - Segeste und der an der Strecke vorhandenen Nebenwege. Ein Gleisanschlussvertrag im Bf Bodenburg besteht seit 1995 nicht mehr. Seit dem Jahr 2006 stehen die Bodenburger Gleisanlagen dem Verein zur Nutzung zur Verfügung. Für Personenverkehr abgenommen sind zur Zeit der Bahnhofsbereich Almstedt-Segeste und das Streckenteilstück bis zum Haltepunkt "Grillplatz". Ab 2017 wird ein ca. 200m langes Streckenstück bis zur Brücke über die Kreisstraße nach Petze hinzukommen. Es ist geplant, am Streckenende einen Bahnhof mit Umfsetzmöglichkeit zu schaffen.
Die Strecke hat ingesamt 7 Kunstbauten (Brücken) aufzuweisen, die allesamt seit Frühjahr 2001 unter Denkmalschutz stehen. Es sind mehrere Brückenbauarten vorhanden: vier Steinbogenbrücken, eine Stahlgitterbrücke und zwei Stahlrahmenbrücken.
Das Bahnhofsgelände Almstedt besteht aus einem Haupt- und einem Umfahrgleis, sowie mehreren Abstellgleisen, einem unter Denkmalschutz stehenden Stationsgebäude und einem einständigen Lokschuppen. Die Gleisanlagen sind in den 1980er Jahren in Eigenleistung durch Vereinsmitglieder erweitert worden.
Der Oberbau besteht aus der preußischen Oberbauform 6, wie sie heute auf fast keiner Strecke mehr zu finden ist. Auf den sanierten Streckenabschnitten wurde die Bauform S49 mit K-Plattenbefestigung verwendet. Seit 1991 ruht der Personenverkehr auf den nicht sanierten Streckenabschnitten aufgrund des sehr schlechten Oberbauzustandes. Aus Kostengründen sind im Herbst 2013 nach Vorlage einer Machbarkeitsstudie per Mitgliederbeschluss die lange verfolgten Streckenreaktivierungsbemühungen aufgegeben worden. Die Sanierungskosten hätten bei ca. 2 Mio. Euro gelegen, nicht eingerechnet die laufenden Betriebskosten. Die Trasse bis Bodenburg, sowie die erhaltungsfähigen Brückenbauwerke verbleiben dennoch im Vereinseigentum, um für den Fall der Erschließung neuer Finanzierungsquellen die Option der Streckensanierung grundsätzlich zu erhalten.
Die Vereinsfahrzeuge:
Die Vereinssammlung enthält insgesamt 40 Fahrzeuge, von denen sich 24 Fahrzeuge in Vereinseigentum und 16 Fahrzeuge in Privateigentum von Mitgliedern befinden. Unter den Fahrzeugen befinden sich ausgesprochene Raritäten, wie aus der Fahrzeugliste zu ersehen ist. Seit 2001 verfügt die AHE mit der Dampflok T3 (DL 16) über das erste und bislang einzige separat unter Denkmalschutz gestellte Schienenfahrzeug im Bundesland Niedersachsen !
Der Betrieb:
Von 1976 bis 1991 wurde die vereinseigene Strecke mit Dampf- und Dieselzügen befahren. Da eine Sanierung in Richtung Bodenburg nicht möglich war, blieb der Fahrbetrieb von 1993 bis 2002 zunächst auf den Museumsbahnhof Almstedt - Segeste beschränkt. An drei Wochenenden (im Frühjahr, Sommer und Herbst), den "Tagen der offenen Tür", finden hier seitdem im Zuge der Veranstaltungen Führerstandsmitfahrten und ein reichhaltiges Rahmenprogramm statt. Seit 1998 wurde ein etwa 1 km langer Streckenabschnitt Richtung Endpunkt bei km 5,05 saniert. Dieser ist seit Frühjahr 2002 fertiggestellt und steht ebenfalls für Fahrten zur Verfügung.






Kurzer Abriß der Vereinsgeschichte
Die Arbeitsgemeinschaft historische Eisenbahn e. V. wurde im Jahr 1972 von 7 Eisenbahnfreunden gegründet. Der Sitz des Vereins war zunächst der Bahnhof Bodenburg, wo von der Bundesbahn ein Abstellgleis angemietet werden konnte. Außerdem konnten später Fahrzeuge vor dem ehemaligen Lokschuppen abgestellt werden, wo sie sich den Platz mit Kleinloks, Draisinen und Klv 51 der damaligen Bahnmeisterei teilen mußten. Das erste vereinseigene Fahrzeug war der ehemalige 4.Klasse Wagen (AHE PW 30).
In den folgenden Jahren wurden seltene Eisenbahnfahrzeuge aus der gesamten Bundesrepublik zusammengesammelt. Auf den Abwrackgleisen in Blankenstein und ähnlichen Verschrottungsorten waren in den siebziger Jahren noch manche Schätze zu finden, oft sogar noch in relativ gutem Zustand. Mehr als einmal gelang es, ein Fahrzeug buchstäblich in letzter Sekunde vor der Verschrottung zu retten. Der Transport erfolgte zumeist auf dem "kleinen Dienstweg" per Bahn nach Bodenburg. Finanziert wurde das Ganze durch vereinsinterne Spendenaktionen. Das Vereinsziel war von Anfang an die Erhaltung alter Eisenbahnfahrzeuge und Einrichtungen. Nachdem zunächst noch nicht klar war, wo die gesammelten Fahrzeuge auch eingesetzt werden könnten, erschloss sich 1976 die Möglichkeit, die "Hausstrecke" Bodenburg - Sibbesse von der DB zu übernehmen. Damit war die AHE der erste Verein mit vereinseigener Strecke in der gesamten Bundesrepublik Deutschland.
Nach dem Erwerb der Strecke wurde der Vereinsmittelpunkt in den Bahnhof Almstedt-Segeste verlegt. Mehr dazu im Artikel
"Museumsbahnhof".
Seit 1976 wurden Fahrten mit dem vereinseigenen VT 95 samt VB 95 durchgeführt. Im gleichen Jahr wurde die Dampflok T3 (
AHE DL 16) von der Zuckerfabrik Euskirchen nach Bodenburg überführt. Mit ihr und 3 Personenwagen fanden ab 1978 die beliebten Museumsbahnfahrten im Almetal zwischen Bodenburg und Sibbesse statt.
In den nächsten Jahren wurde der Fahrzeugbestand kontinuierlich erweitert. Sämtliche bei der AHE vorhandene und vorhanden gewesene Fahrzeuge können unserer
Fahrzeugliste entnommen werden.
1983 wurde der noch in DB - Eigentum befindliche Abschnitt zwischen Streckenkilometer 5,05 und Sibbesse zugunsten der kreuzenden Neubaustrecke verkauft und kurz darauf abgerissen. Für die AHE ergab sich damit die Notwendigkeit eines Bahnhofsausbaus in Almstedt, der dann auch ab 1984 erfolgte.
Seit 1985 fanden auch außerhalb der vereinseigenen Strecke Fahrten statt, so daß regelmäßig an den Betriebstagen zusätzlich bis zum nächsten DB-Bahnhof Bad Salzdetfurth gefahren wurde. Hier konnte die AHE mit einem zu damaligen Zeiten einzigartigen 3-Zugbetrieb aufwarten: Zwischen Bad Salzdetfurth und Bodenburg mit der V20 (
AHE VL 6) und zwei Personenwagen, in Bodenburg Umstieg in den dampfbespannten Personenzug und schließlich in Almstedt der Umstieg in den VT 95, mit dem bis zum Streckenendpunkt bei km 5,05 gefahren wurde.
Der Verein unternahm mit seinen Fahrzeugen auch öfter Exkursionen, so 1984 zum hundertjährigen Jubiläum des Bahnhofs Hildesheim, zum 140 jährigen Jubiläum der Eisenbahndirektion Hannover, 1985 zum Dampflokfest nach Wittingen. Später erfolgten noch Fahrten auf der Strecke Kreiensen-Kalefeld und Derneburg-Seesen.
Anfang der neunziger Jahre waren allerdings die Fahrten auf der Almetalbahn jedoch bis auf weiteres beendet: Trotz permanent durchgeführter Sanierungsarbeiten konnte den faulenden, im Schnitt 70 Jahre alten Schwellen nicht mehr Herr geworden werden: Der Personenverkehr wurde eingestellt.
Da eine zügige Sanierung aus Kostengründen nicht abzusehen war, mußte das bisherige Betriebskonzept, das primär auf einem Fahrbetrieb beruhte, komplett umgestaltet werden. Dabei wurde der Schwerpunkt auf den inzwischen fast fertig umgestalteten Bahnhof Almstedt - Segeste gelegt.
Innerhalb dieses Bahnhofs durften weiterhin Fahrten mit Personenbeförderung stattfinden. Eigens hierfür war mit dem Land Niedersachsen und der niedersächsischen Landeseisenbahnaufsicht eine dauerhafte Betriebserlaubnis ausgearbeitet worden. Statt der bisherigen Betriebstage fanden ab 1994 dreimal im Jahr
Tage der offenen Tür im Bahnhof Almstedt statt. Neben einem vielfältigen Rahmenprogramm wird den Besuchern dabei auch die Möglichkeit zur Führerstandsmitfahrt geboten. Diese Bahnhofsfeste erfreuen sich mittlerweile großer Beliebtheit und bieten gegenüber einem konventionellen Fahrbetrieb den Vorteil, daß den Besuchern im Bahnhofsbereich ständig etwas geboten wird und nicht nur in dem Moment, wenn gerade ein Zug einfährt. Auch für die Zukunft ist geplant, an dem Bahnhofsfestkonzept festzuhalten, ab 2002 jedoch in Kombination mit Fahrbetrieb auf einem sanierten Streckenabschnitt Richtung km 5,05 (Endpunkt).
Die Gleisanlagen im Museumsbahnhof sollen auf der Westseite durch drei Abstellgleise, sowie eine Doppelweiche und eine Doppelkreuzungsweiche erweitert werden, wodurch einerseits eine interessante Gleisanlage geschaffen und andererseits der derzeitige Engpass für Abstellmöglichkeiten der Museumsfahrzeuge beseitigt werden wird. Hierzu wurde zunächst vom benachbarten Landhändler eine Wiese erworben. Nach der für 2015 erwarteten baubehördlichen Genehmigung wird voraussichtlich im Winter 2015 / 2016 mit dem Ausbau der Anlage begonnen werden.
Abgesehen davon ist ein Schwerpunkt die detailgetreue Wiederherrichtung der Vereinsfahrzeuge, um auch künftige Generationen an der Eisenbahnromantik der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts teilhaben zu lassen.
Mit der im Mai 2006 erfolgten Wiederinbetriebnahme der Dampflok DL 16, die seit 1999 wegen
Kesselschadens außer Betrieb gesetzt war, konnte ein weiteres wichtiges Ziel erreicht werden.
Es gibt also viel zu tun bei der AHE! Wir würden uns freuen, wenn auch Sie einmal an einem Arbeitssamstag oder Veranstaltungstag bei uns auf dem Museumsbahnhof vorbeischauen würden.
Museumsbahnbetrieb Almetalbahn
Schwarze Heide 44
31199 Diekholzen
Webmaster C.Dieckow
webmaster@almetalbahn-online.de