Güterwagen
Güterwagen haben neben Ihrer historischen Berechtigung auch ganz praktische Aspekte. So werden beispielsweise geschlossene Güterwagen als Abstellraum genutzt, während sich offene Güterwagen eher für Präsentationen von Ladegut eignen. Doch auch im "normalen" Museumsbahnalltag sind die Güterwagen das, was sie schon immer waren: Anspruchsarme Lastenträger, oft zu unrecht ein Schattendasein führend. Deshalb legt die Arbeitsgemeinschaft historische Eisenbahn besonderen Wert auf die Erhaltung und Aufarbeitung dieser Wagengattung.
 
Frühjahr - Herbst 2001
GW 54
Dieser Wagen wurde eigentlich ursprünglich weniger aus historischen, als vielmehr aus praktischen Erwägungen heraus beschafft: Eine Tischlerei sollte eingerichtet werden. Erst auf den zweiten Blick offenbarte das Fahrzeug seine -wenn auch zweifelhafte- historische Bedeutung. Aus der Wagennummer ging hervor, daß der Wagen, der ursprünglich über Stirnflügeltüren verfügt hatte, möglicherweise als Fahrzeug -z.B. für Autotransporte - in einem Sonderzug der Führung der Deutschen Wehrmacht eingesetzt war. Näheres ist allerdings bisher nicht bekannt, und der Wagen wurde nun auch optisch in den Zustand der fünfziger Jahre zurückversetzt. Die fehlende Bremsanlage wurde allerdings nicht rekonstruiert, ebenfalls nicht die Stirnflügelturen.
Die Aufarbeitung begann im Sommer 2000. Dabei wurde der zur Werkbahnzeit bei der Kali und Salz, Bad Salzdetfurth gelb gestrichene Wagenkasten abgeschliffen, die stark vom Salz angegriffenen Stahlträger entrostet, bzw. zum Teil erneuert. Die Schiebetüren mußten noch gängig gemacht werden, da sich in den Führungsschienen dicke Rostplacken angehäuft hatten. Danach wurde der Wagenkasten gestrichen. Nun muß lediglich noch die historisch richtige Beschriftung angebracht werden.
GW 54 im Jahr 1995 noch bei der Kali und Salz, Bad Salzdetfurth. Kurz darauf erfolgte der Transport per Culemeyer nach Bodenburg.
GW 54 während der Aufarbeitung im Herbst 2000.
GW 54 während der Aufarbeitungsarbeiten im Bf Almstedt - Segeste, Frühherbst 2001

 
GW 61
Der in Privateigentum befindliche Niederbordwagen mit seiner sehr seltenen Hebelbremse stellt auch im Hinblick auf sein hohes Alter eine wirkliche Bereicherung der Sammlung dar, seit er Anfang 2000 nach Almstedt überführt wurde. Jahrelang war er bei der Imebahn im Hinblick auf eine Aufarbeitung hinterstellt gewesen, bis er schließlich erworben werden konnte . Zur Aufarbeitung waren zahlreiche Arbeiten nötig: Nach Abnahme der Beplankung wurde der Rahmen entrostet und grundiert sowie die seitlichen Längswinkel komplett erneuert . Danach erfolgte im Herbst 2001 die Neubeplankung mit gespendeten Lärchenbohlen. Bleibt nun noch die Rekonstruktion der Bordwände. Während die Beschlagteile nach Aufarbeitung wiederverwendet werden können, müssen sämtliche alte Bordwandbretter gegen neue getauscht werden. Nach Abschluß dieser Arbeiten erfolgt dann noch die stilechte Lackierung und Beschriftung des Wagens.
GW 61 kurz nach seiner Ankunft im Museumsbahnhof Almstedt (Frühjahr 2000)
Eigentümer Michael Börngen bei der Anpassung des neuen Bohlenbelags, Frühherbst 2001
Beplankt, jedoch noch ohne Bordwände. Die geringe Länge wird hier besonders deutlich.
GW 61 kurz vor der Lackierung der äußeren Rahmenteile. (Herbst 2001)
Museumsbahnbetrieb Almetalbahn
Schwarze Heide 44
31199 Diekholzen
Webmaster C.Dieckow
webmaster@almetalbahn-online.de