Diesellokomotiven
Bei diesem Thema scheiden sich schon mal die Geister: Sind Dieselloks nur "notwendiges Übel" eines Museumsbahnbetriebes und allenfalls als Rangierlok oder höchstens Ersatzlok für eine eventuell ausgefallene Dampflok zu gebrauchen, oder sind sie nicht auch ein wichtiges Stück Technikgeschichte, die allemal erhaltenswert ist? Bei der Arbeitsgemeinschaft historische Eisenbahn sieht man jedenfalls Letzteres ganz eindeutig so! Deshalb weist die Fahrzeugsammlung auch nicht weniger als 10 (!) Diesellokomotiven auf. Immerhin sieben Stück sind betriebsfähig und der Rest soll ausnahmslos wieder betriebsfähig instandgesetzt werden. Entsprechend viel Arbeit steht also folglich in der Werkstatt an, da der betriebsfähige Fahrzeugpark ja auch unterhalten werden muß. Letztendlich sind seit dem Ausfall der T3 die Diesellokomotiven die einzige Einnahmequelle...
Frühjahr 2002
VL 6
Im Februar wurde mit der Demontage der Zylinderköpfe begonnen. Beim Herbstfest 2001 hatte sich gezeigt, daß Kühlwasser zwischen Kopf und Motorblock austrat. Die Vermutung, die Zylinderkopfdichtungen seien porös und durchlässig geworden, bestätigten sich nach der Demontage. So erhalten nun alle Zylinderköpfe neue Dichtungen. Des Weiteren konnte ein bisher nicht erkennbarer Motorschaden entdeckt und beseitigt werden: Schon länger war aufgefallen, daß der Motor nicht sauber verbrannte und entsprechend rußte. Im teilzerlegten Zustand wurde schnell der Grund offensichtlich: Eine Düse, durch die der Diesel in den Brennraum eingespritzt wird, fehlte vollständig, zwei weitere waren nicht korrekt eingestellt und sprizten in die falsche Richtung. Es ist deshalb davon auszugehen, daß bei einer weit zurückliegenden Reparatur (noch zu Zeiten des Einsatzes der Maschine bei der Zuckerfabirk Dinklar) von einer Werkstatt schlecht gearbeitet worden war. Die Folge war eine beträchtliche Leistungseinbuße (schätzungsweise 1/4 Leistung). Da die Maschine schon mit diesem Fehler zum Verein kam und größere Motorreparaturen zum Glück bislang ausblieben, war der Schaden nie aufgefallen. Nun werden die defekten Teile fachmännisch ersetzt und danach der Motor neu eingestellt, so daß die Lok zum Jubiläumsfest wieder zur Verfügung steht. Es beweist jedoch ein weiteres Mal, wie robust die MAK-Motore gebaut sind, wenn man bedenkt, daß die V 20 auch bei uns schon mehr als 20 Jahre im Einsatz steht...
Außerdem wurde das Schiebefenster auf der Lokführerseite ersetzt und eine neue Türinnenverkleidung eingebaut.
LOKINFO
VL 10
Trotz des Winterhalbjahres ging die Aufarbeitung dieser Privatmaschine weiter, so daß mit einer Fertigstellung im Laufe des Jahres zu rechnen ist. Nach Abschluß der umfangreichen Blecharbeiten wird die Lok zunächst noch einen zusätzlichen Rostschutzanstrich erhalten, bevor dann lackiert werden kann. Noch nicht geklärt ist allerdings, ob ähnlich wie bei VL 6 die Zylinderkopfdichtungen getauscht werden müssen, da hier möglicherweise Kühlwasser austritt. Erfeulicher sieht es dafür bei der Luftanage aus: Sie konnte bereits wieder - leicht verbessert - montiert werden. Hierzu gehören ebenfalls ein neuer Luftkessel, der 1997 vom AW Chemnitz erworben werden konnte, sowie ein funktionstüchtiger Kompressor. Im Mai soll ein Probelauf der Lok erfolgen, bei dem auch das aufgearbeitete Ardeltgetriebe richtig eingestellt werden wird.
LOKINFO
VL 10: Montage der Blechverkleidung im Kühlerbereich.
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