PW 31
Personenwagen
Typ: C3i Pr 14
Hersteller: Linke-Hofmann-Busch
Baujahr: 1917
Fabrik-Nr.: ?
Eigengewicht: 15600 kg
Gesamtgewicht: 19200 kg
Anzahl der Achsen: 3
Achsstand: 3500 mm
Länge ü. Puffer: 11900 mm
Anzahl der Aborte: 1
Anzahl der Sitzplätze: urspr. 50
Heizung: ?
Bremse: Kpbr
PW 31 im Bf Bodenburg (um 1975)
Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um einen typischen preußischen Durchgangswagen der 3. Klasse. Wie PW 30 und GW 50 besteht sein Rahmen aus einem Holzgerippe, welches auf der Außensiete mit Blechen verkleidet ist. Der Wagen entspricht in seiner Bauweise dem Musterblatt Ic 6 (2.Auflage) der preußischen Normalien. Gebaut wurde er im Jahr 1917 für die Königliche Eisenbahndirektion Münster. Zunächst erhielt er die Nummer "Münster 1623", ab 1923 "Münster 40110" und ab 1930 "Münster 96000".
Zunächst war Osnabrück der Heimatbahnhof des Wagens, später wurde er nach Rahden abgegeben. Unterhalten wurde er im Werk Osnabrück, ab 1934 im RAW Lingen. Die Ausmusterung erfolgte um 1960. Wie viele andere Fahrzeuge überlebte er jedoch durch den anschließenden Einsatz als Bauzugwagen in Seelze.
Anfang der siebziger Jahre entdeckten Mitglieder der neugegründeten Arbeitsgemeinschaft historische Eisenbahn e.V. den schon damals sehr seltenen Wagen in einem hannoverschen Bauzug. Er war dort unter der Nummer 419063 als Bürowagen eingestellt. Nach der endgültigen Ausmusterung konnte er schließlich im Jahr 1973 durch den Verein erworben werden.
Leider war der Wagen in Folge seines Bauzugwagendaseins seiner kompletten Bestuhlung beraubt worden. Vorhanden sind jedoch noch die holzverkleideten Innenwände, sowie der Abort. In Anbetracht heutiger moderner Büroeinrichtungen ist es kaum mehr vorstellbar, unter welchen primitiven Verhältnissen die Büroarbeiten in notdürftig umgebauten Altwagen in Bauzügen ausgeübt wurden.
In den siebziger Jahren erfolgte eine äußere optische Aufarbeitung. So wurde der Wagenkasten entrostet, gestrichen und die Fenster mit Rahmen und Glas versehen. Des weiteren wurden an einer Seite die Verkleidungsbleche abgenommen und der darunterbefindliche morsche Rahmen repariert. Der Wagen erhielt sogar seine 3.Klasse-, sowie Raucher/Nichtraucher-Beschilderung zurück. Leider wurde von diesem Punkt an die Aufarbeitung nicht weiter vorangetrieben. Grund waren die fehlenden Mittel, die Bestuhlung zu rekonstruieren. So verblieb der Wagen im Bf Bodenburg und wurde als Lagerraum genutzt. Leider blieb das Fahrzeug dabei nicht vor Vandalismus und Diebstahl verschont. Die Scheiben wurden eingeworfen und Beschilderungen entwendet. Das Wetter tat sein übriges, dem Wagen bald wieder ein trauriges Äußeres zu verleihen.
Anfang der neunziger Jahre dachte man schließlich im Verein über einen Verkauf nach. Glücklicherweise fand sich ein Mitglied als Käufer. Im Jahr 1995 wurde der Wagen zumindest äußerlich aufgearbeitet. Er erhielt dabei den Dunkelgrünton 6008, in dem die Personenwagen der Deutschen Reichsbahngesellschaft bis zum Jahr 1939 lackiert wurden. Leider sind dabei die Fenster nicht neu verglast, sondern lediglich mit Tafeln geschlossen worden. Auch wird der Wagen bis heute als Lager genutzt. In nächster Zeit müssen allerdings dringend grundlegende Arbeiten am Holzgerippe ausgeführt werden, da der Wagen allmählich in sich zusammensackt. Auf die Durchführung der Arbeiten hat der Verein jedoch durch die oben aufgezeigten Eigentumsverhältnisse keinen Einfluß.
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