GW 62
Güterwagen
Typ: Gh (ab 1951 Gh 02)
Hersteller: Wegmann & Co, Cassel
Baujahr: 1897
Fabrik-Nr.: 7007
Eigengewicht: 10140 kg
Tragfähigkeit: 17500 kg
Ladelänge: 7920 mm
Ladebreite: 2750 mm
Ladefläche: 21,8 qm
Anzahl der Achsen: 2
Achsstand: 4500 mm
Länge ü. Puffer: 9600 mm
zul. Höchstgeschw.: 65 km/h
Bremse: Handbremse, Luftleitung
Federgehänge: Laschen
GW 62 nach seiner Ankunft im Museumsbahnhof (2000)
Unser Güterwagen wurde 1897 von Wegmann & Co in Kassel für die Königlich Preußische Eisenbahnverwaltung (KPEV) gebaut. Die Bauart der Schiebetüren deutet darauf hin, daß der Wagen noch nach der ersten preußischen Musterzeichnung IIb3 von 1891 für Wagen von 15 t Ladegewicht gebaut wurde. Er besitzt die Reste eines hochliegenden Bremserhauses, eine Luftleitung sowie eine durchgehende Dampfheizleitung für den Einsatz in Reisezügen.
Als Folge der Ersten Weltkrieges mußte das Deutsche Reich ab 1919 zahlreiche Eisenbahnfahrzeuge als Reparationsleistung an Polen abgeben. Auch unser Wagen befand sich darunter und wurde bei den Polnischen Staatseisenbahnen (PKP) unter dem Serienzeichen "Kd" für Wagen mit 15 t Ladegewicht geführt.
Mit der Besetzung Polens 1939 kam der Wagen zur Deutschen Reichsbahn. Zuerst wurden die polnischen Anschriften beibehalten und durch den Schriftzug "Deutsch" ergänzt. 1940 wurden diese Fahrzeuge mit Anschriften der Deutschen Reichsbahn versehen. Die Wagen der Bauart Gh waren bei der Deutschen Reichsbahn den Gattungsbezirken "Hannover" und "Stettin" zugeordnet. Die gedeckten Güterwagen der einverleibten PKP, die als Reparationsleistung an Polen gelangt waren, wurden jedoch dem Bezirk "Posen" zugewiesen, nachdem die ehemalige Direktion Posen 1939 wiedergegründet worden war. Unser Wagen erhielt die Bezeichnung "Posen 22685".
1946 fand sich der Wagen kriegsbeschädigt im Bf Hattorf abgestellt. Das Reichsbahn-Zentralamt Göttingen bot den Wagen der "Ilmebahn", Einbeck, die einen Stückgutwagen für den Pendelverkehr zwischen Einbeck und Dassel benötigte, zum Kauf an. Sie erwarb den Wagen für 1500 Reichsmark. Am 23.07.1946 traf er in Einbeck ein und erhielt die Nr. Gh 151.
1968 wurde der Wagen bei der "Ilmebahn" letztmalig untersucht. Nach dem Ausscheiden aus dem regulären Verkehr wurde er noch etliche Jahre lang als Lager für Gleisbaumaterial in Einbeck abgestellt genutzt.
1999 endlich konnte er zusammen mit einem Niederbordwagen (GW 61) erworben und zum Museumsbahnhof überführt werden. Im Zuge der Aufarbeitung wird das Bremserhaus wieder vollständig rekonstruiert werden.
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