Ein ganz zentrales Anliegen der AHE ist die Erweiterung der Abstellmöglichkeiten für die Fahrzeugsammlung auf dem Museumsbahnhof Almstedt – Segeste. Während bis in die 1990er-Jahre neben den Gleisen des Museumsbahnhofes auch das Gleis 3 des Bahnhof Bodenburg durch den Verein genutzt werden konnte, entfiel der Bahnhof Bodenburg als Abstellmöglichkeit. Seitdem steht ein Teil der Fahrzeuge regelmäßig auf der Strecke Richtung Segeste-Grillplatz. Dieser Umstand ist nicht nur für die Fahrzeuge selbst nicht optimal, da sie Schatten und Laubwurf ausgesetzt sind, sondern er schränkt auch die Möglichkeiten zur freizügigen Nutzung unserer Strecke ein.

Im Laufe der Jahrzehnte sind viele Möglichkeiten zur Erweiterung der Gleisanlagen eruiert und beantragt worden. Möglichkeiten im östlichen Bahnhofsgebiet ließen sich aufgrund lokaler Widerstände nicht realisieren und der nun eingeschlagene Weg erforderte viel Zeit: so waren durch die AHE u.a. Flächen anzukaufen. Letztlich geht mit der Erweiterung am Westende ein hervorragender Konsens einher:

-Errichtung eines Abstellgleises aus dem geraden Strang der Doppelweiche
-Errichtung zweiten Abstellgleises über den linken Strang der Doppelweiche und den geraden Strang einer doppelten Kreuzungsweiche (DKW)
-Errichtung eines dritten Abstellgleises über den abzweigenden Strang der DKW
-vereinfachte Ent- und Beladung von Fahrzeugen auf Tieflader über den nach Osten weisenden vierten Abzweig der DKW
-die gesamte Fahrzeugsammlung der AHE kann dort abgestellt werden
-im modernen Bahnbetrieb seltener werdende Weichenformen bleiben erhalten und können anschaulich vorgeführt werden

Damit schafft sich die AHE das Potential, Inaugenscheinnahme und Instandhaltungsarbeiten am Fuhrpark zu vereinfachen, Rangierbewegungen zu minimieren, Pflege der Bestandsstrecke zu vereinfachen und sie letzten Endes auch besser nutzen zu können, sodass das langfristige Ziel der Ertüchtigung der Strecke bis zum Grundkamp näher rückt. Diese Zusammenhänge werden auch durch die folgenden Grafiken veranschaulicht.

Abstellgleise im Museumsbahnhof und Modell des Endpunktes „Haltepunkt Grundkamp“ (Quelle Karte: google earth)
Abstellgleise im Museumsbahnhof und Modell des Endpunktes „Haltepunkt Grundkamp“ (Quelle Karte: google earth)
Luftbild des Baufeldes für unsere Abstellgleise, Jamsheed Sheivanie, 2018
Luftbild des Baufeldes für unsere Abstellgleise vor einem Bahnhofsfest, Jamsheed Sheivanie, 2018

Im September 2020 begannen die Arbeiten an dem rechten Abstellgleis. Zunächst wurden Stahlschwellen auf dem heutigen Umfahrgleis (Gleis 2) bereitgelegt. Dies hatte den Vorteil, dass der exakte Abstand zwischen den Schwellen direkt vom Umfahrgleis quasi als Schablone genommen werden konnte. Darauf folgend wurden die in Gleis 1 seit vielen Jahren lagernden Schienen, die aus dem in den 2000er Jahren erfolgten Rückbau des Industriestammgleis aus Hildesheim (ex HPKE) stammen, auf die Schwellen gelegt und mit Kleineisen verschraubt. Anschließend brachten unsere beiden Bagger 1602 und 1604 die so montierten Joche in die Zielposition. In nur anderthalb Wochen wurden so 384 Satz Kleineisen (bestehend aus Schraube, Mutter, Klemmelement und Federring), 96 Stahlschwellen und 12 Schienen zu 6 Jochen zusammengebaut und ausgelegt. Bereits beim Fahrtag am 03. / 04. Oktober 2020 konnten auf dem Baugleis die Baufahrzeuge der AHE präsentiert werden.

Aktualisierung 03/2021

Die nächsten Schritte sind nun das Bohren der Laschenlöcher sowie anschließend die grobe Höhenausrichtung des Gleises. Aufgrund der Corona-Pandemie und der dadurch begrenzten Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements wird die fokussierte Weiterarbeit an dieser Stelle zunächst ausgesetzt werden müssen. Parallel laufen unterdessen die Arbeiten an der Gleisbaumaschine Beaver 73 W langsam weiter, da sie an diesem Gleisstück erstmals eingesetzt werden soll.

Die Angabe eines Fertigstellungstermins für die Vollendung der Gleisbaustelle ist unter den Gegebenheiten der Pandemie schwierig, die Fertigstellung wird aber für den Verlauf des Jahres 2021 angestrebt.

Aktualisierung 07/2021

Im weiteren Verlauf des Jahres war es aufgrund von Verbesserungen der Pandemiesituation möglich, den Gleisbau auch in konzentrierten Aktionen und tw. unter Einbindung von Fremdfirmen fortzuführen. So ist mittlerweile die DKW zu etwa 3/4 zum Einbau vorbereitet.

Highlight ist dabei, dass es gemeinsam mit der Firma VoestAlpine gelungen ist, sechs Schienenstöße miteinander zu verschweißen. Dies war erforderlich, weil an der DKW beim Voreigentümer ein unsachgemäßer Brennschnitt vorgenommen worden war. Mit VoestAlpine ist nun die sachgemäße Reparatur gelungen, da an 4 der Stöße keine Laschenmontage möglich gewesen wäre.

Die nächsten Schritte sind nun die Vollendung der DKW an der “Montageposition” und danach dann der sukzessive Einbau am Einbauort. Wenn dieser erfolgt ist, können die beiden fehlenden Abstellgleise errichtet werden.

Da unterdessen auch die Arbeiten an der Stopfmaschine “Beaver” fortgeführt werden konnten, ist es realistisch, dass sowohl “Beaver”, als auch Abstellgleise so miteinander fertig werden, dass mit der “Beaver” die Gleise gestopft werden können.