Arbeiten an der Brücke über die L482

Das Problem

Fast am Ende des Grundstückes der Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn e.V., auf den letzten 200 Metern in Richtung Sibbesse, befindet sich in km 4,887 der ehemaligen Bahnstrecke Bodenburg – Elze die Eisenbahnbrücke über die Landesstraße 482 Petze – Segeste. Die unter Denkmalschutz stehende Brücke befindet sich im Eigentum des Museumsbahnvereines und muss daher von uns gesichert werden.

Bei regelmäßigen Pflege- und Kontrollarbeiten an der Brücke wurde im Februar 2023 entdeckt, dass sich der Zustand der auf der Brücke verbauten Holzschwellen („Brückenbalken“) rapide verschlechtert hatte. Es drohten Teile der Holzschwellen abzubrechen und auf die darunter liegende Straße zu stürzen. Diese Gefahr verlangte rasche Sicherungsmaßnahmen!

Einige Brückenbalken zeigten bereits große Fäulnisschäden, andere waren durch die Alterung aufgerissen und gelockert.

Die Lösung

Zur schnellen Planung der Sicherungsmaßnahmen wurde ein Arbeitstreffen angesetzt. Dabei kam man überein, dass oberste Priorität das Abräumen der Schwellen von der Brücke haben muss. Idealerweise sollten die Schwellen dann gleich in einen Container zur Entsorgung geladen werden. Die Umsetzung der Arbeiten würde unter Vollsperrung der Landesstraße erfolgen müssen, wofür eine entsprechende verkehrsbehördliche Anordnung eingeholt werden und ein Verkehrssicherungsunternehmen beauftragt werden müsste. Hier ergab sich schon die erste Schwierigkeit, denn erste Kostenvoranschläge bei bekannten Verkehrssicherungunternehmen für eine dreitägige Vollsperrung mit Umleitung beliefen sich auf ca. 7.500 Euro – wenn überhaupt ein Voranschlag gemacht werden wollte. Glücklicherweise stießen wir auf die Firma Stummeier aus Hameln, die uns mit einem günstigen Angebot an dieser Stelle unterstützte.

Damit blieb noch die Frage nach der Abbaumethode. Hier fand sich jedoch schnell das THW Hildesheim, dass im Rahmen eine Übung mit seinem LKW mit Ladekran und mehreren Helfern unterstützen wollte.

Als Termin stand damit dann Freitag, 31. März, bis Sonntag, 2. April, fest – 5 Wochen nach Entdeckung des dringenden Handlungsbedarfs und 4 Wochen nach der Terminentscheidung.

Die Umsetzung

Begonnen wurde am Freitag, dem 31. März, mit vorbereitenden Arbeiten an der Brücke. Dazu wurde zunächst die Einrichtung der Vollsperrung und der Umleitung abgewartet, bis es am Nachmittag los gehen konnte. Wer also nicht auf die Beschilderung achtete, fand sich schnell in einer Sackgasse wieder…

31.03.2023 – Zweite Vorsperrung am Ortsausgang Petze Richtung Segeste
Keine Durchfahrt an der Eisenbahnbrücke über die Landesstraße 482

Begonnen wurde damit, Holzbohlen abzubauen, die als Abdeckung und Laufweg gedient hatten. Außerdem wurden Schrauben und Bolzen bereits für einen möglicht reibungslosen Abbau gängig gemacht und Schienenbefestigungen entfernt.

Am Samstag war dann der große Aktionstag zum Rückbau des Gleises von der Brücke. Nach Ankunft und in Stellung bringen des LKWs mit Ladekran des THW Hildesheim wurden zunächst Laufbohlen auf den Kragarmen des Brückenträgers montiert. Danach konnte mit dem Rückbau des Gleises begonnen werden.

Der LKW der Fachgruppe Wassergefahren des THW Hildesheim wird am Samstagmorgen für die Arbeiten in Stellung gebracht.

Für den Rückbau wurden zunächst die Schienen auf der Brücke mit dem Schneidbrenner in lange Stücke getrennt und dann mit dem Kran von der Brücke gehoben. Anschließend wurden die langen Stücke am Boden von weiteren Helfern des THW zur Übung und zum Praxistraining mit dem Motortrennschleifer in kürzere Stücke geschnitten.

Nach der Mittagspause werden die Arbeiten wieder aufgenommen. Die letzten langen Schienenstücke werden mit dem Motortrennschleifer zerteilt.

Nun folgte der mühsamste Teil: Die einzelnen Klammern, die die Schwellen an der Brücke festhalten, mussten mit Akku-Schlagschrauber und teilweise Schneidbrenner (entweder zur Wärmezufuhr oder zum Abbrennen der Muttern) gelöst werden. Diese Arbeit zog sich über einige Zeit hin, aber schließlich konnte damit begonnen werden, die Schwellen Stück für Stück von der Brücke zu heben.

Die Schwellen werden in kleinen Paketen vom Brückenträger gehoben.
Die Holzschwellen und Bohlen von der Brücke wurden direkt in einen Container verladen und in der folgenden Woche zur Entsorgung abgeholt.

Bei Dauerregen ab dem Nachmittag und einsetzender Dunkelheit waren alle Beteiligten froh, als dann alle Schwellen abgebaut und schließlich nur noch die Laufbohlen wieder von der Brücke gehoben werden mussten. Nach einer Stärkung für alle Helfer auf dem Bahnhof ging dieser anstrengende, aber erfolgreiche Tag zu Ende.

Am Sonntag standen dann noch Restarbeiten an. Die Auflager der Brücke und die Straße wurden noch gereingt und damit konnte die Straße am Mittag wieder freigegeben werden.

Der Brückenträger von oben, nun ohne Fahrbahn.
Blick in die gleiche Richtung, jedoch von der Straße aus. Die doch filigrane Bauweise wird sichtbar.
Die Baustelle nach der Reinigung der Straße.

Und wie weiter?

Der Plan, die befahrbare Vereinsstrecke ab dem Haltepunkt Segeste-Grillplatz um ca. 350 Meter über diese Brücke zu verlängern, wird weiter mittelfristig weiterverfolgt. Ein notwendiges Vorprojekt dafür, der Bau und die Fertigstellung der Abstellgleise im Bereich des Bahnhofs Almstedt-Segeste befindet sich in Umsetzung. Stand heute kann jedoch noch keine Prognose gegeben werden, wann die Streckenverlängerung in Angriff genommen werden wird. Bis dahin werden jedoch, wann immer nötig, Sicherungsarbeiten an der Brücke vorgenommen. Wenn genaueres feststeht, erfahren Sie das auf unserer Internetseite.

Wir freuen uns, wenn sie uns bis dahin weiter unterstützen! Der Erhalt und die Sicherung der Museumsbahn kostet fortlaufend Geld und benötigt viele tatkräftige Helfer und Helferinnen!

04.12.2023 – TR