Zuvorderst zum Gleisbaumaterial in Bodenburg:
Hier ist aus unserem Eigentum im Mai des Jahres 2022 eine bedeutende Menge an Gleisbaumaterial verschwunden. Es handelt sich um eine Größenordnung von etwa 50 Tonnen Weichenmaterial, v.a. Schwellen und Schienenprofilen. Hierzu ermitteln die Bundespolizei und Staatsanwaltschaft.
Wir bitten alle, die Hinweise zum Tathergang und/oder zum Verbleib des Materials geben können, sich an die Bundespolizei unter 05121 745 8950 zu wenden, um die Ermittlungsbehörden und letztlich auch unser Engagement zu unterstützen. Es geht hier insbesondere um den Zeitraum Ende April bis Muttertag (08.05.2022).

Pressemitteilung zum Wunsch nach Reaktivierung des Betriebes zwischen Almstedt-Segeste und Bodenburg sowie zur Situation im ehem. Bahnhof Bodenburg, vom 23.10.2022

„Im Zuge der Feierlichkeiten zum 50. Bestehen bekam die Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn zahlreichen Zuspruch für die bisher geleistete Arbeit aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und von Besuchern. Immer wieder wurde auch die Frage laut, ob nicht auch wieder historisch-touristischer Fahrbetrieb auf der vereinseigenen Strecke in Richtung Bodenburg möglich sei“, sagen Harald Strube, 1. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn e.V., und sein Stellvertreter Oliver Schaer. Die AHE ist daran interessiert, Möglichkeiten zur Wiederaufnahme dieses Betriebs zwischen Bodenburg und Almstedt-Segeste zu ergreifen. Dazu existiert seit rund 20 Jahren ein entsprechender Vertrag, der noch mit der DB AG geschlossen wurde. Konkrete Arbeiten sind für den bevorstehenden Winter vorgesehen.

Der mit der DB AG geschlossene Vertrag, sichert der AHE eine Nutzung des Gleisareals im Bahnhof Bodenburg sowie die Errichtung eines Eisenbahnbetriebes zu.
Dieser Vertrag besteht trotz der 2018 erfolgten Versteigerung des Geländes an eine Privatperson fort. Die AHE ist weiterhin bereit vertragliche Verpflichtungen zu erfüllen, um historisch-touristischen Eisenbahnverkehr zwischen Bodenburg und Almstedt – Segeste aufleben zu lassen.
 
Die Mitgliederzahl des Vereins hat sich in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt. „Unter den Aktiven sind Fachkräfte für zahlreiche Gewerke, u.a. auch für die Grünpflege und den Gleisbau, so dass zahlreiche Schritte in Eigenleistung ausgeführt werden können“, so Vorsitzender Harald Strube. Der Erfolg bei der Wiederinbetriebnahme der vereinseigenen Dampflok T3 „Schunter“ gibt dem Verein weiteren Auftrieb, so auch die Auszeichnung durch die Bingo Umweltstiftung als „Projekt des Monats“.

Erschwert wird der Gleisbau indes dadurch, dass im Mai 2022 im Bereich des Bodenburger Bahnhofs seit Jahren lagerndes Gleisbaumaterial der AHE, abhanden gekommen ist. In Summe sind u.a. zahlreiche Eisenbahnweichen unbrauchbar gemacht worden, indem Unbekannte die wichtigsten Bauteile aus dem Besitz der AHE entwendet haben. Der Wiederbeschaffungswert des entwendeten Materials beträgt nach aktuellen Schätzungen der AHE mindestens 300.000 EUR. Hierzu ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft Hildesheim.
 
Die „Almetalbahner“ wollen sich aber durch den unfreiwilligen Verlust des Gleisbaumaterials nicht aus der Bahn werfen lassen. Der Verlustschmerz steht hinter den Wunsch des Betriebes zum Bahnhof Bodenburg zurück.  „Dieses komplett denkmalgeschützte Areal ist als Ensemble einzigartig in Niedersachsen und verdient ernsthafte Anstrengungen um seinen Erhalt!“, so Oliver Schaer, Vorstandsmitglied der AHE. Von den Teilnehmern des Festaktes schwärmten viele von den früheren Fahrten nach Bodenburg, die sie teilweise als Kind mit ihren Großeltern erlebten.

Dieses Gefühl kennt Schaer selbst aus eigener Erfahrung und ergänzt, dass das Bahnhofsgelände in Bodenburg von hohem geschichtlichem Wert sei:
Es ist ein Beispiel für den wirtschaftlichen Aufschwung in ländlich geprägten Regionen, bei der der Eisenbahn eine bedeutende Rolle zukam. Ohne diese Bahn hätte es wohl keine Salzdetfurth AG und somit nicht den Weltkonzern Kali + Salz AG gegeben. Der Wohlstand der Stadt Bad Salzdetfurth und der umliegenden Orte wäre auf einem niedrigeren Niveau. Zu diesem Wohlstand trugen auch die Zuckerfabriken bei, die noch heute stark die wirtschaftliche Leistung der Region prägen und bis 1994 mit der Bahn auf der Schiene mit Zuckerrüben versorgt wurden.

Der Bahnhof Bodenburg ist in seiner Erhaltungsform ein wertvolles Zeugnis dieser vergangenen Epoche und könnte dies mit entsprechendem Engagement auch wieder für die Allgemeinheit zeigen. Noch immer erinnern Lokschuppen, Wasserturm, Signale und Bahnsteige eindrucksvoll an diese Zeit. Nur wenige wissen, dass dort nicht nur Dampflokomotiven gepflegt worden sind, sondern auch bereits ab etwa 1910 damals hochmoderne Akkutriebwagen eingesetzt worden sind. In Bodenburg hat es eine unglaubliche Vielfalt im Fahrzeugeinsatz gegeben, weswegen das gesamte Areal schützenswert ist. Der Denkmalschutz des Ensembles ist eine willkommene Ergänzung zu der Wiederaufnahme eines öffentlichen, historisch-touristischen Verkehrs von Bodenburg nach Almstedt-Segeste.

Die AHE übt daher den Schulterschluss mit der Stadt Bad Salzdetfurth, die sich im Rahmen eines Klageverfahrens gegen die Freistellung des ehemaligen Bahnhofgeländes wehrt. Auch die AHE tritt daher als Klägerin gegen die Freistellung von Bahnbetriebszwecken auf, damit keine zusätzliche Hürde für die Wiederinbetriebnahme eines historisch-touristischen Eisenbahnbetriebs entsteht. Schaer sieht zudem eine gute Vereinbarkeit mit den Zielen der Stadt Bad Salzdetfurth, die durch eine Freistellung ihre Aufgabe der Daseinsvorsorge für ihre Bürger und Gewerbebetriebe anlässlich der beginnenden Verkehrswende gefährdet sieht. Dass die derzeitige Eigentümerin des Bahnhofgeländes seit 2018 keine Konzepte für das Gelände hat, wie sie im HAZ-Artikel vom 07.09.2022 freimütig zugibt, stimmt sorgenvoll. Harald Strube: „Mit der durch die Eigentümerin angestrebten Freistellung von Bahnbetriebszwecken schafft sie ein denkmalgeschütztes, ehemaliges Eisenbahngelände, das kaum sinnstiftend genutzt werden kann:
eine Umgestaltung zum Baugebiet ist offensichtlich kommunal so nicht gewünscht und aufgrund des Denkmalschutzes für das Gesamtareal auch überhaupt nicht möglich. Die Freistellung von Bahnbetriebszwecken des gesamten Areals verhinderte jedoch nicht nur die historisch-touristische Nutzung, sondern brächte in der jetzigen Situation für alle Seiten nur Nachteile, weswegen sich die AHE aktiv und mit besonderem Nachdruck für die eigene Strecke einschließlich des benachbarten Bahnhofsareals in Bodenburg einsetzt.“

Kurzzusammenfassung der wesentlichen Punkte:
– die AHE nimmt den von vielen Stellen geäußerten Wunsch bzgl. Fahrbetrieb nach Bodenburg sehr ernst und prüft daher die Möglichkeiten intensiv
– der Gestattungsvertrag zwischen DB und AHE bzgl. des Gleisfeldes besteht aus Sicht der AHE trotz Versteigerung fort
– die AHE möchte die gestattungsvertraglichen Bestandteile erfüllen
– die AHE darf das Bahnhofsareal von Bodenburg aus ihrer Sicht daher nutzen (excl. Empfangsgebäude)
– das gesamte Areal des ehem. Bahnhof Bodenburg steht ohne Zweifel unter Denkmalschutz
– die AHE lagert zum Zwecke der Wiedererrichtung eines Eisenbahnbetriebes von einschl. Bahnhof Bodenburg bis Almstedt – Segeste auf dem Bahnhofsgelände Bodenburg Gleisbaumaterial. Dieses ist AHE-Eigentum. Wir bitten BürgerInnen sich bei auffälligen Bewegungen im Bodenburger Bahnhofsbereich daher auch mit uns unter info[at]almetalbahn-online.de in Verbindung zu setzen.
– Das Ermittlungsverfahren bezüglich des Gleisbaumaterials läuft bei der Staatsanwaltschaft Hildesheim. Sachdienliche Hinweise nimmt aber auch jede Polizeidienststelle, vorzugsweise der Bundespolizei, entgegen.

Veröffentlicht durch OS, 23.10.2022, u.a. erschienen in angepasster Form in HiAZ und RuBS